Metaanalyse zu Pradaxa: geringe, aber signifikant erhöhte Infarkt-Rate

Seit längerem wird über ein möglicherweise erhöhtes Herzinfarkt-Risiko unter Pradaxa diskutiert. Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse scheinen diesen Verdacht nun zu bestätigen („Archives of Internal Medicine“). Die Auswertung von sieben Studien mit 30 514 Patienten ergab eine signifikant höhere Rate an Myokardinfarkten und akuten Koronarsyndromen. Hier die Zahlen:

Pradaxa-Gruppe: 1,19 Prozent (237/20 000)

Kontroll-Gruppe:   0,79 Prozent (83/10 514)

 

Dies entspricht einer relativen Differenz von 33 Prozent. Die absolute Differenz ist jedoch sehr gering. Insgesamt sehe das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Pradaxa aufgrund der effektiven Schlaganfall-Prävention weiterhin positiv aus, so die Studienautoren Dr. Ken Uchino und Dr. Adrian Hernandez (beide „Cleveland Clinic“ in Ohio). Gleichwohl sollten kardiale Risiken weiter geklärt werden. Die Diskussionen um das mögliche Herzinfarkt-Risiko und um lebensbedrohliche  Blutungen unter Pradaxa belegten, wie wichtig es sei, nach der Zulassung eines Präparates sorgfältig Daten zu sammeln und auszuwerten, betont Professorin Rita F. Redberg, Herausgeberin der „Archives of Internal Medicine“, in einem Editorial zu der Publikation von Uchino und Hernandez.

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