Schlaganfall nach Gürtelrose und Stress

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Patienten mit Herpes zoster haben vermutlich ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall, wie eine „Studie“ von Wissenschaftlern in Taiwan ergeben hat. Die Forscher um Dr. Jiunn-Horng Kang, vom Universitätsklinikum in Taipei haben die Krankheitsverläufe von 7760 Patienten ausgewertet, die zwischen 1997 und 2001 wegen Gürtelrose behandelt worden sind. Zum Vergleich haben sie die Daten von 23 280 Erwachsenen ohne Gürtelrose herangezogen. Während der Beobachtungsphase von einem Jahr  erlitten insgesamt 439 Patienten einen Schlaganfall. Bei einer Schlaganfallrate von 1,71 Prozent  in der Zoster-Gruppe im Vergleich zu 1,31 Prozent in der Vergleichsgruppe ergab die statistische Auswertung ein signifikant um 31 Prozent erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall. Die Inzidenz von hämorrhagischen Schlaganfällen war sogar um den Faktor 2,8 erhöht. Besonders gefährlich ist offensichtlich der Zoster ophthalmicus: Hier ergab die Analyse ein um den Faktor 4,28 erhöhtes Risiko. Es ist seit langem bekannt, dass das Virus eine Vaskulopathie verursachen kann. Dies erkläre aber nicht das recht hohe Schlaganfallrisiko, das in der Studie festgestellt worden sei, meint Kang. Auf die Frage, ob eventuell eine antivirale Therapie oder eine medikamentöse Analgesie mit dem Schlaganfall-Risiko zusammenhänge, gehen die Autoren nicht ein. Möglicherweise trage der durch die Zoster-Schmerzen bedingte Stress zu dem erhöhten Risiko bei. Auf jeden Fall sollte bei Zoster-Patienten verstärkt auf kardiovaskuläre Risikofaktoren geachtet werden, empfiehlt Kang, der zusammen mit seinen Kollegen nun untersucht, ob eine frühe Therapie mit antiviralen Substanzen das Schlaganfallrisiko bei Zoster-Patienten senkt.
Wie sehr möglicherweise starker Stress Schlaganfälle begünstigt, haben vor kurzem schwedische Forscher festgestellt (BMC Medicine 2009; 7: 53). Eine retrospektive Daten-Auswertung ergab bei Patienten mit starkem Stress ein um den Faktor 3,5 erhöhtes Risiko. Diese retrospektive Analyse sei natürlich mit Vorsicht zu interpretieren, schreibt Katarina Jood  von der Universität von Göteburg. Aber da ein Zusammenhang zwischen Stress und Schlaganfall biologisch plausibel sei, sollten prospektive Studien folgen.

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