Hautkrebs durch moderne Rheuma-Präparate?

Basal cell carcinoma
Basalzellkarzinom. Image via Wikipedia

TNFα-Blocker erhöhen bei Patienten  mit Rheumatoider Arthritis möglicherweise das Risiko für Hauttumoren. Diese schon länger bestehende Vermutung bekräftigen nun zwei Studien, die vor wenigen Tagen auf dem Jahreskongress der US-amerikanischen Gesellschaft für Rheumatologie vorgestellt worden sind. Die eine Studie ist eine retrospektive Kohortenstudie mit RA-Patienten aus der nationalen Datenbank der U.S. Department of Veterans Affairs (VA), die andere eine prospektive Kohortenstudie aus dem Biologika-Register der Britischen Gesellschaft für Rheumatologie.
Nach Angaben von Dr. Prahba Ranganathan aus St. Louis wurden am VA von 16 829 RA-Patienten 3096 mit einem TNFα-Blocker behandelt. Die Inzidenz von nicht-melanotischen Hauttumoren (überwiegend Basalzellkarzinome) lag bei 25,9 pro 1000 Patientenjahre. In der Vergleichsgruppe  (Biologika-naive Patienten mit DMARDs) 19,6 pro 1000 Patientenjahre. Das entspricht einer relativen Erhöhung um 34 Prozent. Deutlich niedriger war insgesamt die Rate der Melanome. Aber auch diese war in der Kohorte mit TNFα-Blocker signifikant höher – und zwar um 50 Prozent (3,7 Fälle pro 1000 Patientenjahre  versus 2,6 Fälle).
Die zweite Studie, die  Dr. Kimme Hyrich von der Universität von Manchester vorstellte,  bestätigte die US-Daten. In der britischen Studie betrug die Inzidenz nicht-melanotischer Hauttumoren in der TNFα-Kohorte (11 757 Patienten) 3,5 Fälle pro 1000 Patientenjahre. In der Vergleichsgruppe (3515 Patienten mit DMARDs) lag die Inzidenz bei 2,4. Dies entspricht einer Differenz von 70 Prozent. Der Unterschied war allerdings nicht signifikant. Bei den Tumoren handelte es sich in rund 90 Prozent der Fälle um Basalzellkarzinome. Mit ein Grund für den festgestellten Unterschied ist nach Aussage von Hyrich vielleicht die intensivere ärztliche Kontrolle der Patienten mit TNFα-Blocker.
Risikofaktoren für die Hauttumoren waren in beiden Studien Alter, männliches Geschlecht, Steroidtherapie, eine positive Tumoranamnese und die Dauer der Therapie mit einem TNF-Antagonisten.
Die Studienergebnisse seien aber kein Grund, auf die wirksame Therapie mit den TNF-Antagonisten zu verzichten, warnte Ranganathan. Aber ein Patient  mit Risikofaktoren sollte genauer beobachtet und seine Haut möglicherweise regelmäßig untersucht werden.

Link zur Quelle: American College of Rheumatology

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