Kaffee stoppt angeblich Leberverfall

Tasse Kaffee
Image by Blogwiese via Flickr

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie wenig bekannt es zu sein scheint, dass Kausalität und Korrelation nicht identisch sind. Nur ein Beispiel ist die folgende Meldung auf „Focus-online“ vom 22.10.:

Kaffe stoppt Leberverfall

Drei Tassen Kaffee pro Tag konnten in einer US-Studie die Entwicklung von Leberschäden als Folge von Hepatitis C aufhalten.

Neal Freedman vom amerikanischen Nationalen Krebsinstitut (NCI) befragte für die Studie 766 Probanden mit Hepatitis C zu ihrem täglichen Kaffeekonsum. Die Patienten litten bereits an Leberfibrose oder -zirrhose als Folge der Hepatitis-Infektion und sprachen nicht auf antivirale Medikamente an. Über einen Zeitraum von fast vier Jahren stellten sich die Patienten alle drei Monate vor und unterzogen sich regelmäßig einer Leberbiopsie, um den Verlauf der Krankheit zu beobachten.
Es zeigte sich, dass die Testteilnehmer, die drei oder mehr Tassen Kaffee am Tag tranken, ein um 53 Prozent geringeres Risiko auf ein Fortschreiten des Leidens zeigten im Vergleich zu denjenigen, die keinen Kaffee konsumierten. Einen Zusammenhang zwischen schwarzem oder grünem Tee und der Entwicklung der Leberleiden zeigte sich in der Studie nicht.

Vielleicht ist es aber genau umgekehrt. Vielleicht trinken die Patienten mit der besseren Leberfunktion eher Kaffee. Egal: Aus einer solchen retrospektiven Studie, deren Basis auch noch eine fehleranfällige Umfrage bei Patienten ist, kann man nichts oder fast nichts ableiten. Schon gar keine kausalen Zusammenhänge.

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