Nierenkranke Kinder profitieren von strikter Blutdrucktherapie

Large nephron
Nephron. Image via Wikipedia

Konsequente Blutdrucksenkung bei chronisch nierenkranken Kindern verlangsamt die Verschlechterung der Nierenfunktion. Dies ist jetzt erstmals in einer randomisierten und kontrollierten Multizenterstudie belegt worden. Leiter der Studie mit dem Akronym ESCAPE ist Professor Dr. Dr. Franz Schaefer vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinikum Heidelberg. Die Ergebnisse sind im aktuellen „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht worden.

An der ESCAPE-Studie nahmen 385 nierenkranke Kinder und Jugendliche in 33 europäischen Kliniken teil. Die 3 bis 18 Jahre alten Patienten wurden zwei Gruppen zugeordnet und erhielten alle den ACE-Hemmer Ramipril – und, wenn notwendig, noch weitere Antihypertensiva. Die Ramipril-Dosis betrug täglich 6 Milligramm pro Quadratmeter Körperoberfläche. In der einen Gruppe wurde der Blutdruck im oberen Normbereich eingestellt (196 Patienten), in der anderen Gruppe (189 Patienten) im unteren.
Nach fünf Jahren war bei fast 42 Prozent der Studienteilnehmer mit Blutdruckwerten im oberen Normbereich eine Nierenersatztherapie notwendig. In der Gruppe mit der intensiveren Therapie lag dieser Anteil bei knapp 30 Prozent. Dies entspricht einem relativen Unterschied von 35 Prozent. Bei der Rate unerwünschter Nebenwirkungen sowie der Abbruch-Rate gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Therapiegruppen. Während der reduzierte Blutdruck über den gesamten Zeitraum gut kontrolliert werden konnte, nahm jedoch die Proteinurie mit der Zeit wieder zu. Nach etwa drei Jahren sei sie wieder ebenso hoch gewesen wie zu Beginn, berichten die Heidelberger Wissenschaftler.
Nach Angaben von Privatdozentin Dr. Elke Wühl, Mitglied der Heidelberger Arbeitsgruppe, stehen „die Chancen, eine Nierenersatztherapie aufschieben zu können, dann besonders gut, wenn nicht nur die angestrebten Blutdruckwerte erreicht werden, sondern zu Behandlungsbeginn auch eine Abnahme der häufig erhöhten Eiweißausscheidung im Urin erzielt werden kann.“

Link zur Quelle: NEJM

Siehe auch „Hippokranet“

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