Fairness?

Nähe zur Pharmaindustrie wirft „Spiegel-Online“ Walter Haas, Koordinator der Influenza-Expertengruppe am staatlichen Robert-Koch-Institut (RKI), vor. Grund: Haas ist wissenschaftlicher Berater einer ausschließlich von der Pharmaindustrie finanzierten Vereinigung.

Nach SPIEGEL-Informationen, so heißt es in dem Beitrag,  unterstützten zehn Arzneikonzerne die European Scientific Working Group on Influenza (ESWI), für die Haas tätig sei.

Die Meldung ist korrekt. Aber trotzdem hat sie ein, sagen wir mal, Geschmäckle. Denn zum einen bedeutet die Finanzierung dieser Vereinigung durch Impfstoffhersteller nicht zwangsläufig, dass Herr Haas als Berater und vor allem als RKI-Mitarbeiter sagt und tut, was die Industrie sich wünscht. Das kann man vermuten, das kan man behaupten. Aber wo sind die Beweise? Fair ist das nicht.

Zum anderen wird in dem Beitrag suggeriert („nach Spiegel-Informationen…“), dass man hier etwas aufgedeckt habe, dass man also richtig investigativ vorgegangen sei.

Fakt ist, dass auf der Webseite der Vereinigung alle Sponsoren genannt sind.

Die Frage ist natürlich schon, ob Herr Haas besonders glücklich agiert, wenn  er als Berater einer Vereinigung tätig ist, die von der Pharmaindustrie finanziert wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Impfstoffhersteller dieses Vereinigung ohne jede Absicht unterstützen. Herr Haas setzt sich daher natürlich dem Verdacht aus, als Lobyist unterwegs zu sein.

Allerdings stellt sich auch die Frage, wie groß muss eigentlich die Nähe zur Pharmaindustrie sein, will man nicht in Verdacht geraten. Und wie groß kann sie überhaupt sein? Muss man ein geradezu „fanatischer“ Gegner sein, um glaubwürdig zu sein? Das wäre lächerlich, zumal ja so mancher angebliche Kritiker der Phartmaindustrie ja nichts anderes ist als ein Lobyist der Krankenkassen oder  seiner selbst. Man siehe hierzu nur  die hübsche Geschichte um Herrn Martens und seine Neurodermitis-Creme.

Ausserdem, man verzeihe die leichte Polemik, auch der Spiegel lebt vom Geld der anzeigenschaltenden Industrie. Bedeutet dies zwangsläufig, dass die Redakteure schreiben, was die Anzeigenkunden sich wünschen?

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2 Antworten zu “Fairness?

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