Französische und britische Medien kritisieren Impfkampagne

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Image via Wikipedia

Während in Deutschland die meisten Medien zunehmend intensiver vor der Schweinegrippe warnen und für die Impfung trommeln, mehren sich in großen britischen und französischen Medien laut „Reuters“ die Zweifel und die kritischen Stimmen.

Ähnlich wie Kritiker in Deutschland werfen britische und französische Medien den zuständigen Behörden und Wissenschaftlern vor, die Gefährlichkeit der Schweinegrippe stark übertrieben zu haben – zum eigenen Wohl und dem der involvierten pharmazeutischen Unternehmen. Hauptargument der Kritiker ist die große Diskrepanz zwischen den wahrscheinlichen und bislang gesicherten Todesfällen.
In Großbritannien etwa hatten Behörden bis zu 65 000 Todesfälle als möglich erachtet. Inzwischen ist diese Zahl mehrfach nach unten korrigiert worden. Im Moment wird von möglicherweise 1000 Todesfällen durch die Schweinegrippe gesprochen, was deutlich unter den 4000 bis 8000 Todesfällen läge, die in Großbritannien jährlich durch die saisonale Influenza verursacht werden.
Laut RKI gibt es in Deutschland-Stand 13.11. 14 Uhr) bislang 16 Todesfälle in einem Zusammenhang mit einer H1N1-Infektion. Bei einer angenommenen Erkrankungszahl von 55 000 ergäbe dies eine Letalität von 0,029 %. Vor knapp einer Woche betrug sie 0,03%. Von einer Zunahme, wie sie manche Medien bewusst oder unbewusst suggerieren, kann also kaum die Rede sein. Hinzukommt, dass die Zahl der wirklichen Erkrankungsfälle, also die Basis für die Letalitätsbrechnung, wegen der Dunkelziffer völlig unklar ist. Auf keineswegs sicheren Füßen steht darüber hinaus die Diagnose der Todesursache. Das Robert-Koch-Institut selbst erklärt dazu: „… da ein kausaler Zusammenhang zwischen Influenza-Infektion und Tod nicht immer nachgewiesen werden kann, gilt aus epidemiologischer Sicht ein Todesfall, bei dem während des Krankheitsverlaufs das Virus nachgewiesen wurde, als H1N1-assoziierter Todesfall“.
Wie problematisch die Zahlen zu den Todesfällen sind, macht auch die Antwort des RKI auf eine Anfrage von „facharzt.de“ deutlich: „Ein Tod durch „Schweinegrippe“ im Sinne der Meldeverordnung ist definiert als Todesfall, bei dem in zeitlichem Zusammenhang die Infektion mit dem neuen Influenza-Virus A/H1N1 nachgewiesen wurde. Eine Obduktion ist hierfür nicht grundsätzlich erforderlich.“

Mexikanische Wissenschaftler haben sich zum Glück die Mühe gemacht, zu obduzieren und ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des „New England Journal of Medicine“ zu veröffentlichen. Obduziert haben sie 15 Patienten mit klinischem Verdacht auf Schweinegrippe. Bei 5 der 15 Patienten wurde H1N1 nqchgewiesen. 4 der 5 obduzierten Patienten hatten massive pulmonale Schäden. Eine 83jährige Frau war an einer Hirnblutung gestorben,  pulmonale Schäden durch die Viruserkrankung waren zwar schon vorhanden, aber noch nicht sehr ausgeprägt.

Links:

Reuters

NEJM

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