US-Gynäkologen empfehlen weniger Pap-Tests

Um überflüssige Therapien zu vermeiden, sollten Frauen unter 30 Jahren nicht jedes Jahr, sondern nur alle zwei Jahre ein Screening auf Gebärmutterhalskrebs machen lassen, empfehlen US-Gynäkologen. Begonnen werden sollte ab einem Alter von 21 Jahren, ein jährlicher Pap-Test sei bei den meisten Frauen nicht erforderlich, rät das „American College of Obstetricians and Gynecologists“ (ACOG) in seinen neuen Leitlinien, die heute veröffentlicht worden sind. Für Frauen ab 30 Jahren empfehlen die US-Gynäkologen ein Screening alle drei Jahre. Die bisherigen US-Leitlinien sahen ein einmal jährliches Screening vor, sobald Frauen sexuell aktiv werden oder 21 Jahre alt sind.
Nach neuen Untersuchungen sei der Schaden durch häufigere Früherkennungs-Untersuchungen größer als der Nutzen, begründet die US-Gynäkologen-Gesellschaft ihre neuen Empfehlungen. „Wir haben bei jungen Frauen zu viel diagnostiziert und zu viel therapiert“, sagte  Dr. Thomas Herzog, einer der beteiligten US-Gynäkologen der Nachrichtenagentur „Reuters“.  „Es dauert Jahre, bis sich aus einer HPV-Infektion ein Zervix-Karzinom entwickelt. Weniger Screeening-Untersuchungen bedeuten daher nicht, dass mehr Zervix-Karzinome übersehen werden“, sagte auch  Dr. Jennifer Milosavijevic, Gynäkologin in Detroit.
In den USA werden seit ein paar Tagen sehr kontroverse Diskussionen über neue offizielle Empfehlungen zum Mammographie-Screening (erst ab 50 Jahren) geführt. Politischer Hintergrund der Kontroverse sind die geplanten Gesundheitsreformen. Einige Wissenschaftler und vor allem Politiker halten es daher auch nicht für einen Zufall, dass nun neue Leitlinien zum Zervix-Ca-Screening publiziert worden sind. Die Obama-Regierung hat sich allerdings von den neuen Empfehlungen zum Mammographie-Screening distanziert.
In Deutschland bezahlen die Gesetzlichen Krankenkassen jährliche Früherkennungs-Untersuchungen auf ein Zervix-Karzinom ab einem Alter von 20 Jahren. In diesem Alter ist der Gebärmutterhalskrebs allerdings sehr selten. In den USA zum Beispiel beträgt die Inzidenz bei 15 bis 19 Jahre alten Frauen 2 auf 1 Million. In Finnland übrigens starten Früherkennungs-Untersuchungen ab 30 Jahren, in den Niederlanden sogar erst ab 35 Jahren.

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