Beobachtungsstudie: Übersterblichkeit unter Sulfonylharnstoffen

Sulfonylharnstoffe sind im Vergleich zu Metformin nach einer aktuellen Beobachtungsstudie mit einer stark erhöhten Sterberate verknüpft. Auch Sulfonylharnstoffe der zweiten Generation schnitten in der Studie, die gerade im „British Medical Journal“ publiziert wurde, schlecht ab: Sie waren mit einer erhöhten Herzinsuffizienz-Rate assoziiert. Bei den Glitazonen dagegen wurde kein erhöhtes Risiko festgestellt. Allerdings gab es bei Rosiglitazon eine höhere Gesamtsterberate als bei Pioglitazon. Herzinfarkte traten jedoch weder unter Rosiglitazon noch unter Pioglitazon vermehrt auf. Obwohl Daten von mehr als 91 000 Patienten ausgewertet wurden, sei die Aussagekraft methodisch bedingt eingeschränkt, schreiben Studienleiter Professor Paul Elliot und seine Kollegen.

Nach Angaben der britischen Autoren waren Sulfonylharnstoffe der ersten und der zweiten Generation mit einer Übersterblichkeit von 24 bis 81% assoziiert. Um 18 bis 30% vermehrt war zudem die Herzinsuffizienz-Rate unter Sulfonylharnstoffen der zweiten Generation wie Glimepirid oder Glibenclamid.
recht gut schnitten hingegen die Glitazone ab: Bei Therapie mit Pioglitazon war die Gesamtsterberate niedriger als unter Metformin – und zwar um 31 bis 39%. Unter Rosiglitazon jedoch war die Gesamtsterberate mit einem Plus von 34 bis 41% höher als unter Pioglitazon.

In Übereinstimmung mit den Autoren warnt auch der US-Kardiologe Dr. Sanjay Kaul davor, die Daten überzubewerten. Beobachtungsstudien könnten zwar wertvolle Hinweise liefern, insbesondere dazu, was sich in der „wirklichen Welt“ tue. Aber für endgültige Schlussfolgerungen seien sie ungeeignet. Dafür seien prospektive, kontrollierte und direkte Vergleichsstudien erforderlich, sagte Kaul gegenüber „Cardiobrief“.

Link:

BMJ

Cardiobrief

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