Bisphosphonate: Schutz vor Brustkrebs?

Bisphosphonate bewahren Frauen vielleicht vor Brustkrebs. Denn nach neuen Daten der Women’s Health Initiative (WHI) ist die Tumor-Häufigkeit unter Bisphosphonaten um relative 32 Prozent erniedrigt. Ähnlich positive Befunde wurden in einer noch laufenden israelischen Beobachtungsstudie bei 4575 Frauen erhoben.

Die Daten sind gestern auf einem Brustkrebs-Symposium in San Antonio (Texas) präsentiert worden. Grund dafür, nach einem Zusammenhang zwischen Bisphosphonat-Therapie und  Brustkrebs zu schauen, waren positive Daten mit dem Novartis-Präparat Zometa®.

Für die aktuelle WHI-Analyse haben Studienleiter Dr. Rowan Chlebowski (Los Angeles Biomedical Research Institute) und seine Kollegen die Daten von 2816 Frauen ausgewertet, die Bisphosphonate einnahmen. 26 Frauen bekamen Brustkrebs, was einer Rate von 0,9 Prozent entspricht. Bezogen auf 1000 Frauen betrug die jährliche Brustkrebsrate unter Bisphosphonaten 3,29 im Vergleich zu 4,38.

Mögliche Erklärungen für den beobachteten Zusammenhang sind laut Chlebowski die Reduktion der Tumordurchblutung und die Stimulation von Immunzellen durch Bisphosphonate. Der kalifornische Onkologe wies allerdings ebenso wie andere Wissenschaftler darauf hin, dass es sich nur um Daten einer Beobachtungsstudie handelt und nicht um Ergebnisse einer kontrollierten Interventionsstudie. Daten von prospektiven Studien mit oralen wie intravenösen Bisphosphonaten sollen aber bald vorliegen.

Die bisherigen Daten seien auf jeden Fall kein Grund, Bisphosphonate zur Brustkrebs-Prophylaxe zu nehmen, kommentierte Dr. Eric P. Winer, vom „Dana-Farber Cancer Institute“ in Boston. Die neuen Studiendaten sollten mit Vorsicht interpretiert werden, warnten auch andere Onkologen. Denn möglicherweise seien nicht die Bisphosphonate der Grund für die geringere Brustkrebsrate, sondern die niedrigeren Östrogenspiegel der postmenopausalen Frauen.

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Links:

Reuters

San Antonio Breast Cancer Symposium

New York Times

Siehe auch „Hippokranet“

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