Stolperstein Spesenabrechnung? Das würde Peter Sawicki nicht gerecht werden!

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was für ein schlechtes Image die Pharmaindustrie in Deutschland vor allem bei Journalisten hat und was für ein gutes Image quasi automatisch jeder genießen darf, der diese Industrie egal ob sachlich und klug  oder nur beifallheischend und dumm kritisiert. Ein Beitrag in der Sonntagszeitung der FAZ ist nur ein Beispiel für diese Sichtweisen. Nun ist es in der Tat so, dass die Arzneimittelindustrie immer wieder hart für ihr schlechtes Image arbeitet. Und es ist sicher gut, dass die pharmazeutische Industrie nicht das Informationsmonopol über ihre meist von der Allgemeinheit bezahlten Produkte hat. Aber die Einteilung der Welt in Gut und Böse war schon immer zu simpel – und ist es auch in diesem Fall. Das sollte gerade Journalisten nicht unbekannt sein.

Herr Sawicki hat sicher Verdienste. Immerhin hat er mit seinem einnehmendem Wesen auf oft sogar unterhaltsame Weise erfolgreich sensibilisiert  –  zum einen für das sehr komplizierte Thema der Wirksamkeit von Arzneimitteln und zum anderen für das natürlich auch dem Eigennutz dienende Gebaren der pharmazeutischen Industrie. Und so manche seiner kritischen Äußerungen waren und sind so falsch nun auch nicht. Aber dass es ihm immer nur um die Wahrheit in der Wissenschaft und um das Wohl der Patienten ging, ist eine Annahme, die nicht ganz frei ist von Gläubigkeit. Die Berichte des IQWiG sind keineswegs immer Höhepunkte der Transparenz und Evidenz, wie zu oft behauptet wird.  So manche Vorgehensweise des Instituts und seines teilweise recht selbstherrlichen Noch-Chefs hatte zudem ein gewisses Geschmäckle. Insofern würde man Sawicki nicht gerecht werden, wenn man ihn wirklich über angebliche Schlampereien bei seinen Spesenabrechnungen stolpern ließe.

Außerdem: Wer sich jetzt in der pharmazeutischen Industrie schon freut, dass das IGWiG einen neuen Chef oder eine neue Chefin bekommt, freut sich vielleicht zu früh. Denn vielleicht ist der kommende Mann oder die kommende Frau in der Sache nicht minder engagiert wie Sawicki, bietet aber bei weitem weniger Angriffsfläche.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Stolperstein Spesenabrechnung? Das würde Peter Sawicki nicht gerecht werden!

  1. Ich möchte nicht über die Person Peter Sawicki urteilen, noch steht es mir zu, über die Ergebnisse der IQWiG ein faktisch nachvollziehbares Statement zu liefern. Ein solches Institut sollte, gleich wer es leitet, unabhängig seine Aufgabe erfüllen können. Lobbyisten der Pharmaindustrie sehen das offensichtlich anders. Wie ist es sonst erklärbar, dass Peter Sawicki über eine vergleichsweise lächerliche Dienstwagenaffäre stolpert, während gerade aktuell FDP- und CDU Politiker völlig schadlos weitaus schlimmere Skandale überstehen? Es wird nicht gleiches Maß angelegt und dies ist so gewollt, wenn es denn den Lobbyisten nutzt: http://www.guedesweiler.wordpress.com

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