Genvarianten fürs biologische Altern entdeckt

Britische und niederländische Wissenschaftler haben erstmals Genvarianten entdeckt, die mit dem physiologischen bzw. biologischen Alterungsprozess assoziiert sind. Die Forscher haben mehr als eine halbe Million genetischer Varianten untersucht. Ihre Studienergebnisse sind heute in „Nature Genetics“ erschienen. Laut Professor Nilesh Samani, einem der Studienleiter, gibt es immer mehr Belege dafür, dass alters-assoziierte Erkrankungen wie Herzkrankheiten und einige Malignome mehr mit dem biologischen als mit dem chronologischen Alter zusammenhängen. Untersucht haben die Forscher um Samani (Universität von Leicester) Telomere, also die kleinen Chromosmenenden. In vielen Zellen werden die Telomere mit der Zeit durch die Zellteilungen und die Zellalterung immer kürzer. Die Länge der Telomere gilt daher als ein Biomarker für den Alterungsprozess. In ihren Untersuchungen haben die Wissenschaftler nun herausgefunden, dass  Menschen mit einer speziellen Genvariante in der Nähe des Genlokus TERC vergleichsweise kürzere Telomere haben, also biologisch älter sind. Damit stelle sich die Frage, ob Menschen mit dieser Genvariante ein erhöhtes Risiko für alters-assoziierte Erkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen und Krebs haben.  Diese Befunde bedeuten nun aber nicht, dass diese Erkrankungen allein genetisch bedingt seien. Menschen mit dieser Genvariante könnten auch empfindlicher auf „Umweltfaktoren“ wie Rauchen und Adipositas reagieren, erklärt Professor Tim Spector (King’s College London), ein weiterer Leiter der so genannten TwinsUK-Studie.

Zur Erinnerung: Vor zwei Wochen hatten kalifornische Wissenschaftler im „Journal of the American Medical Association“ gemeldet, dass Omega-3-Fettsäuren dadurch so positiv gegen Herz- oder andere Krankheiten schützen, indem sie die altersbedingte Telomer-Verkürzung hemmen. Die US-Forscher hatten bei 608 KHK-Patienten die Telomerlänge in Blutzellen gemessen und in eine Beziehung zum Spiegel an Omega-3-Fettsäuren gestellt. Nach Angaben der US-Forscher war die nach fünf Jahren gemessene Telomer-Länge bei den höchsten Fettsäure-Werten am größten und bei den geringsten Werten am kleinsten.

Und vor wenigen Monaten hatten deutsche Wissenschaftler herausgefunden, dass intensiver, regelmäßiger Sport den Alterungsprozess bremst, indem er die Telomere vor einer Verkürzung schützt. Diese Studienergebnisse sind „ein direkter Beleg für den Anti-Aging-Effekt von Sport“, sagte damals Professor Ulrich Laufs (Universität Homburg), der Leiter der Studie.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s