Demenz-Präparat Dimebon: Option bei Chorea Huntington?

Dimebon, ein Medikament, das gegen Alzheimer-Demenz entwicklt wird, hilft nach neuen Untersuchungsergebnissen möglicherweise gegen Chorea Huntington. Nach Angaben von US-Forschern verbessert Dimebon – Wirkstoff ist Latrepirdin – Lern- und Gedächtnisleistungen und wird von den Huntington-Patienten gut vertragen.

Dr. Karl Kieburtz (Universität von Rochester in New York) und seine Kollegen haben Dimebon in einer kleinen, vom hersteller finanzierten Studie bei 91 Patienten mit leicht bis mäßig ausgeprägter Chorea getestet. 46 Patienten erhielten über drei Monate dreimal 20 Milligramm Latrepirdin täglich, 45 Patienten ein Placebo-Präparat. Dimebon habe im Vergleich zum Scheinpräparat kognitive Parameter verbessert, berichten die Wissenschaftler in den „Archives of Neurology“ Eine Überlegenheit wurde allerdings nur im MMSE-Score beobachtet, nicht dagegen im ADAS-cog. Latrepirdin wurde gut vertragen. Fast 90 Prozent der Patienten beendeten die Studie. Die Nebenwirkungsrate betrug unter Verum 70 Prozent, unter Placebo 80 Prozent. Unerwünschte Wirkungen waren Kopfschmerzen und Schwindel. Die US-Forscher vermuten, dass der Wirkstoff auf die Mitochondrien wirkt und deren Membranen stabilisiert. Eine größere Studie mit 350 Patienten soll zeigen, ob Dimebon wirklich eine Therapieoption für Huntington-Patienten sein könnte.

Dimebon wird von dem US-Unternehmen Medivation Inc.(San Francisco) entwickelt, das mit Pfizer eine Partnerschaft eingegangen ist, um das Medikament gegen Morbus Alzheimer auf den Markt zu bringen. Laut David Hung, Chef von Medivation, plant das Unternehmen auch, Dimebon–Analoga zur Behandlung von Herzinsuffizienz- , Schlaganfall- und Parkinson-Kranken zu entwickeln.

Die Substanz ist übrigens nicht neu. In Russland war sie einmal als Antihistaminikum gegen verstopfte Nase auf dem Markt. Der generische Name war damals Dimebolin, der aber vor einem Jahr durch Latrepirdin ersetzt wurde.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Demenz-Präparat Dimebon: Option bei Chorea Huntington?

  1. karin hoch

    Hallo ,ich habe den Beitrag über das Medikament gelesen,ich pflege meine Schwester schon seit 10Jahren die an Corea Huntington erkrankt ist , wir klammern uns an jeden Strohhalm und hoffen das es irgend wan mal ein Medikament gibt was helfen könnte.Bitte halten Sie mich auf den laufenden wenn sich was er geben sollte. Wir wären auch bereit an einer Studie teil zu nehmen.Lg Karin

  2. Pingback: Dimebon: Alzheimerträume geplatzt? « Medizin&Meinung

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