Erneut bestätigt: vermehrt kardiale Todesfälle nach Krebstherapie

Kinder, die eine Krebserkrankung überleben, sterben später vergleichsweise häufig an Herzkreislauferkrankungen, bestätigt jetzt eine neue Studie frühere Untersuchungen.
Besonders unter Patienten mit kardialer Bestrahlung und Anthracyclin-haltiger Chemotherapie seien kardiovaskuläre Todesfälle häufig, berichten Dr. Florent de Vathaire (Institut Gustav Roussy in Villejuif) und ihre Kollegen im „Journal of Clinical Oncology“.
Dass eine Bestrahlung in einem Zusammenhang mit Herzschäden steht, ist nicht neu. Das Team um de Vathaire hat nun aber einen Blick auf die jeweilige Bestrahlungsdosis geworfen. Dafür wurden 4122 Personen, bei denen vor 1986 Krebs aufgetreten war, in eine Studie aufgenommen. Ende 2002 waren 603 Studienteilnehmer gestorben.
Insgesamt war die Sterberate bei den ehemaligen Krebspatienten um mehr als achtmal höher als in einer vergleichbaren Bevölkerungsgruppe. 32 Patienten waren an einer Herzkreislauferkrankung gestorben, was nach Angaben der Autoren einer Risikoerhöhung um den Faktor fünf entspricht. Die kardiovaskuläre Sterberate war abhängig von der Bestrahlungsdosis. Bei mindestens 5 Gray war die Sterberate um den Faktor 12 erhöht, bei mehr als 15 Gray sogar um den Faktor 25.  Die Autoren hatten als unteren Dosiswert fünf Gray gewählt. Dies bedeute aber nicht, dass Werte darunter ungefährlich seien, betonen in einem Kommentar Dr. Steven E. Lipshultz (Universität von Miami) und Dr. M. Jacob Adams (Universität von Rochester).
Die kardiale Sterberate war erwartungsgemäß auch bei Patienten mit Antracyclin-haltiger Chemotherapie deutlich erhöht – und zwar um den Faktor 4 bei einer Dosis von mindestens 360 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche.
Ähnliche Ergebnisse hatte erst vor wenigen Wochen eine US-Studie ergeben. Für ihre im „British Medical Journal“ veröffentlichte Studie hatten US-Pädiater Daten von 14 538 Patienten der „Childhood Cancer Survivor Study” ausgewertet und die Häufigkeit kardialer Komplikationen 5 oder mehr Jahre nach der Krebsdiagnose untersucht. Zum Zeitpunkt der Diagnose waren die Patienten unter 21 Jahre alt. Bei den Tumorerkrankungen handelte es sich um Leukämien, Lymphome, Hirntumore, Neuroblastome, Nephroblastome sowie Weichteil- und Knochenmalignome. Nach Angaben der Autoren war die Rate kardialer Komplikationen zwar insgesamt sehr niedrig, aber bei den Krebspatienten deutlich erhöht. Am häufigsten war mit 1,7% im Vergleich zu 0,2% eine Herzinsuffizienz, gefolgt von Klappenschäden mit 1,6 % versus 0,5%, Perikarderkrankungen (1, 3% vs. 0,3%) und Myokardinfarkten (0,7% versus 0,2%). Die statistische Analyse ergab ein 4,8- bis 6,3-fach erhöhtes Risiko für kardiale Komplikationen.

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