Nur ein bisschen: Diabetes unter Statinen

Wenn zu irgendeinem Herz-Medikament mal wieder bahnbrechende Ergebnisse gemeldet werden, machen selbst ernsthaft Professoren gern das Witzchen, dass dieses Arzneimittel eigentlich ins Trinkwasser gehöre. Eins ist jetzt aber sicher: Mit Statinen sollte das Trinkwasser nicht angereichert werden – obwohl  die US-Zulassungserweiterung für Rosuvastatin auf die Primärprävention nach Ansicht von Kritikern dem schon recht nahe komme. Nur einen Grund für die mangelnde Trinkwasser-Eignung der Lipidsenker haben jetzt Forscher aus Glasgow gefunden: Statine erhöht das Diabetes-Risiko („Lancet“ online).

Die Risikoerhöhung sei mit neun Prozent aber sehr gering und werde von den Vorteilen mehr als wett gemacht, sagt Studienleiter Professor Naveed Sattar.

Weil bisherige Studien zum Zusammenhang von Statintherapie und Diabetes widersprüchlich waren, haben Sattar und seine Kollegen daher eine Metaanalyse von 13 großen kontrollierten Statin-Studien gemacht und dabei die Daten von mehr als 91 000 Patienten ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen laut Sattar einen statistisch klaren, also signifikanten Zusammenhang, aber der Einfluss der Lipidsenker auf die Diabetesrate sei sehr gering. Nach Angaben der Autoren entwickelt von 255 Patienten, die vier Jahr lang Statine erhalten, nur ein Patient zusätzlich einen Diabetes. Der Nutzen sei jedoch deutlich höher: Im selben Zeitraum und bei genauso vielen Patienten verhindern Lipidsenker 5,4 Todesfälle oder Infarkte und fast ebenso viele Schlaganfälle oder Gefäßeingriffe.

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