Razilez-Studie: Novartis erneut erfolglos

Für den Schweizer Pharmakonzern Novartis verläuft der US-Kardiologen-Kongress nicht gerade berauschend: Aliskiren (Rasilez) hat in der so genannten ASPIRE-Studie bei 820 Patienten mit eingeschränkter kardialer Pumpleistung nicht nur keinen zusätzlichen Nutzen gezeigt. Der direkte Reninhemmer hat sich stattdessen als recht nebenwirkungsträchtig erwiesen. Das Novartis-Präparat hatte – zusätzlich zu einer antihypertensiven Standardtherapie – weder signifikante Wirkungen auf Surrogatparameter wie kardiale Pumpleistung und echokardiografische Herzgröße noch auf kombinierte klinische Endpunkte. Im Vergleich zu Patienten mit der Standardtherapie hatten Patienten unter Aliskiren in der neunmonatigen Studie jedoch häufiger Hyperkaliämien, Hypotonien und Nierenfunktionsstörungen.

Aufgrund der aktuellen Ergebnisse kann die Kombination des Reninhemmers mit einem anderen Hemmstoff des Renin-Angiotensin-Systems nicht empfohlen werden, sagte Dr.  Scott Solomon vom „Brigham and Women’s Hospital” in Boston, der die neuen Daten in Atlanta vorstellte. Nach Angaben von Novartis wird es keine so genannte outcome-Studie mit Aliskiren in Kombination zur antihypertensiven Standardtherapie bei Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion durchführen.

Die ASPIRE-Studie ist eine von 14 Studien eines großen klinischen Studienprogramms von Novartis (ASPIRE HIGHER), in dem mögliche, über die Blutdrucksenkung hinausgehende Effekte des Reninhemmers untersucht werden.

Aliskiren kam 2007 in Deutschland auf den Markt und wurde damals von einigen Analysten als potenzieller Nachfolger von Diovan bezeichnet. Daraus wird wohl nichts: 2009 betrug der Umsatz mit Diovan sechs Milliarden US-Dollar, der mit Rasilez dagegen nur 290 Millionen.

Für Novartis ist das bereits die zweite schlechte Botschaft aus Atlanta: Am Sonntag waren die Ergebnisse der NAVIGATOR-Studie präsentiert worden. Weder Diovan noch Starlix erfüllten die Erwartung, bei Patienten mit Glukoseintoleranz kardiovaskulären Komplikationen vorzubeugen. Allein die Diabetes-Inzidenz war nach etwa fünfjähriger Diovan-Therapie um 14 Prozent erniedrigt – ein nach Aussage des Studienleiters bescheidenes Ergebnis gemessen an dem, was mit einem gesunden Lebensstil erreicht werden kann. Möglicherweise schütze zwar eine langjährige Diovan-Behandlung ein wenig vor mikro- oder gar makrovaskulären Komplikationen. Eine solche Therapie sei jedoch aufgrund von Kosten-Nutzen-Überlegungen nicht gerechtfertigt, betonte Studienleiter Dr. John J. McMurray auf „CardioExchange“. Für die antihypertensive Differenzialtherapie könnten die NAVIGATOR-Resultate allerdings relevant sein.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s