Bluthochdruck: Positives zu doppeltem Enzymhemmer

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Angiotensin I und II. Image via Wikipedia

Nach einigen Negativ-Meldungen vom US-Kardiologen-Kongress endlich eine Positiv-Meldung von und für Novartis: Ein ganz neues Antihypertensivum von Novartis hat sich in einer kurzen klinischen Studie mit über 1200 Patienten als stärkerer Blutdrucksenker wie Valsartan erwiesen. Das Besondere an dem Wirkstoff LCZ696 ist, dass er zum einen den Angiotensin-II-Rezeptor und zu anderen auch die neutrale Endopeptidase (oder auch Neprilysin) hemmt. Durch die Neprilysin-Hemmung steigt die Konzentration natriuretischer Peptide. Die Studien-Daten sind diese Woche auf der Jahrestagung der US-Kardiologen in Atlanta vorgestellt worden und auch im „Lancet“ erschienen. Laut Studienleiter Dr. Luis Miguel Ruilope aus Madrid wurde LCZ696 auch gut vertragen, so dass jetzt große klinische Studien bei Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes, Herz- und Nierenversagen folgen können.

Die Novartis-Substanz ist nicht der erste Neprilysin-Hemmer, in den ein Unternehmen große Erwartungen setzt. Vor Jahren hatte Bristol-Myers Squibb den Neprilysin-Hemmer Omapatrilat in der Entwicklung, der aber wegen erheblicher Nebenwirkungen (Angioödeme) nie auf den Markt kam. Im Gegensatz zu Omapatrilat, das drei Enzyme hemmt, wirkt die neue Substanz jedoch nur gegen zwei Enzyme, wobei die Blockade des Angiotensin-II-Rezeptors deutlich seltener zu Angioödemen führt wie eine ACE-Hemmung.

An der achtwöchigen Phase-II-Studie nahmen Patienten mit leichtem bis moderatem Bluthochdruck teil. Sie erhielten entweder 100, 200 mg oder 400 mg LCZ696 , Valsartan (80 , 160 oder 320 mg), die allein Neprilysin-hemmende Pro-drug-Substanz AHU377 (200 mg) oder ein Placebo.

AHU377 senkte den Blutdruck relativ geringfügig. Anders dagegen der doppelte Enzymhemmer LCZ696. Die Wirkung war dosisabhängig: 200 mg LCZ696 wirkten stärker blutdrucksenkend als 160 mg Valsartan (- 2,97 mmHg diastolisch) und 400 mg LCZ696 stärker als 320 mg Valsartan (-2,7 mmHg).

Die Rate unerwünschter Wirkungen soll unter allen Dosierungen nicht höher gewesen sein als unter Placebo. Vor allem bekam kein Patient ein Angioödem. Wie sicher das Präparat ist, können selbstverständlich nur Langzeitstudien zeigen. Und da hat es ja schon manche Überraschungen gegeben. Außerdem müssten die Daten noch bei Afro-Amerikanern geprüft werden, die eher zu Angioödemen neigten. In der aktuellen Novartis-Studie waren nur acht Prozent der Patienten Afro-Amerikaner.

Laut Novartis soll für den neuen Wirkstoff zuerst ein Zulassungsantrag für die Indikation Herzinsuffizienz gestellt werden. Ergebnisse großer klinischer Studien werden für 2013 oder 2014 erwartet.

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