Schweinegrippe: kleines Fazit zu großem Desaster

Still geworden ist es um die Schweinegrippe. Totschweigen ist wohl die Devise jener, die noch vor wenigen Monaten nicht müde wurden, auf die angeblich große Bedrohung durch das Grippevirus hinzuweisen und für die Notwendigkeit der Impfung unüberhörbar bis zur Schmerzgrenze zu trommeln. Als unverantwortlich und sogar als grotesk wurde jede noch so sachliche Kritik am Aktivismus der Behörden verunglimpft.Und ähnlich wie bei den olympischen Goldmedaillen wurde tagtäglich  die Zahl der Toten aufgelistet – als wolle man den Kritikern vor Augen führen, wie recht man doch habe.

Aber „280 Millionen Euro Kosten für eine Pandemie, die keine war“, so völlig zu Recht die „Badische Zeitung“,  sind eben kein Pappenstiel und vor allem kein Ruhmesblatt für jene, die mit ihrem interessengesteuertem Aktivismus versucht haben, die Bevölkerung zur Impfung zu bewegen. Allein aus Sorge um die Menschen und die Volksgesundheit, sagen natürlich die Verantwortlichen. Aus Dummheit oder aufgrund schnöder persönlicher Interesse, sagen Kritiker.

Fakt ist, dass, so die „Badische Zeitung“, dass in Großbritannien zum Beispiel 65 000 Tote prognostiziert wurden, tatsächlich aber nur 360 Menschen dem Virus zum Opfer fielen. Kaum anders in Deutschland: 250 Tote bei 226 000 offiziell gemeldeten Infizierten laute das Fazit. Dies entspricht einer Letalität von 0,001 Prozent.

Demgegenüber stünden, so Michael Brendler in der „Badischen Zeitung“, „beeindruckende Ausgaben: 283,22 Millionen Euro haben die Bundesländer allein für den Impfstoff überwiesen, hinzu kommen sechs Cent, die für die Verteilung und Lagerung jeder einzelnen der geschätzten 4,6 Millionen Impfdosen anfielen – macht weitere 276 000 Euro. Nur jeder Zehnte ließ sich aber überhaupt impfen, so dass die Länder nun verzweifelt versuchen, die restlichen Dosen in den Kosovo oder nach Pakistan zu verkaufen“.

„War das alles nötig?“, fragt Brendler. Seine Antwort in der „Badischen Zeitung“:  „Zumindest habe man diesmal kaum eine andere Wahl gehabt, sagt zumindest Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKDAE). Als die Landesregierungen die Pandemie-Verträge mit den Impfstoffherstellern aushandelte, „hat ihnen die Firma GlaxoSmithKline die Pistole auf die Brust gesetzt“. Die Produktionskapazitäten waren klein, die Zahl der Interessenten groß, also verpflichtete sich Deutschland im Falle einer Pandemie-Warnung der Weltgesundheitsorgansisation WHO 50 Millionen Dosen abzunehmen – zu ungünstigen Konditionen wie Abholung am Werk und Großverpackung. „Dabei hätte es eigentlich gereicht, zunächst besonders gefährdete Personen zu schützen und weiteren Impfstoff nachzukaufen, sobald die Gefährlichkeit des Erregers tatsächlich erwiesen ist.“ Ludwig fordert deshalb dringend Nachverhandlungen mit der Impfstoffindustrie: „Es kann nicht sein, dass wir auch beim nächsten Mal wieder die Katze im Sack kaufen, ohne das tatsächliche Risiko richtig abschätzen zu können.“


Es sei nicht das einzige, was man nach Expertenmeinung aus der H1N1-Pandemie lernen könne, schreibt der Journalist. Brendler: „Da ist zum einen die Kommunikation. Es sei zu viel gewarnt und zu wenig beruhigt worden, klagt Ludwig, der einen Vertrauensverlust der offiziellen Stellen diagnostiziert. In der Tat kann man sich fragen, wer beim nächsten Mal noch den Katastrophenszenarien der Experten glauben soll, nachdem sich viele als heiße Luft erwiesen haben. Weiter klare Worte, aber auch mehr Offenheit und Transparenz gegenüber eigenen Unsicherheiten lautet deshalb eine Lehre, die Silke Buda als stellvertretende Fachgebietsleiter für Akute Respiratorische Erkrankungen am RKI, gezogen hat.“

In Sachen Schweinegrippe sei so einiges falsch gelaufen, heißt es derzeit fast unisono in den Medien.  „Nicht nur, dass die Pandemie viel glimpflicher ablief, als die WHO vorausgesagt hatte, sondern auch die Medien, Gesundheitspolitiker und Experten warfen mit nicht bestätigten Zahlen um sich“, heißt es zum Beispiel bei „ShortNews“.
Und: „Laut Gerd Antes, Mitglied der Ständigen Impfkommission, hat genau das zu einem „Desaster erster Klasse“ geführt. Genauer nämlich dazu, dass sich in Deutschland nicht einmal zehn Prozent gegen die Schweinegrippe haben impfen lassen und die Länder auf gekauftem Impfstoff sitzen bleiben.
Demnach wurde die Bevölkerung gezielt über Impfrisiken verunsichert, die es gar nicht gab. In keinem anderen Land gab es eine solche Impfmüdigkeit wie in Deutschland. Und wenn der Virus aggressiver gewesen wäre, wäre der Impfstoff sowieso viel zu spät vorhanden gewesen.“

Zur Erinnerung:

Ebenso wie „Medizin&Meinung“ hatte auch der Freiburger Cochrane-Wissenschaftler Gerd Antes schon im Herbst des vergangenen Jahres in der „FAZ“ auf den „unprofessionellen“ Umgang mit dem Thema hingewiesen:

„Sind die Gefahren der Schweinegrippe übertrieben? Es drängt sich derzeit der Eindruck auf, dass die meisten, die sich zu Wort melden, beim Dreisatz in der Schule gefehlt haben; selbst einfache Quotientenbildung scheint nicht jedermanns Sache zu sein.“
Und: „Wer die vermeintliche Verharmlosung der Gefahr kritisiert, weist gern auf die vermutlich enorme Dunkelziffer der Infizierten hin. Das ist sicherlich richtig, es unterminiert jedoch die eigene Argumentation. Denn die Mortalität ginge in gleichem Maße, also ebenfalls enorm, nach unten, würde man alle Infizierten richtig erfassen. Zu dieser Dunkelziffer gibt es keine verlässlichen Schätzungen. Der milde Verlauf und die Unzuverlässigkeit der diagnostischen Verfahren lassen aber befürchten, dass die Unsicherheit sich über das Vielfache der 22.000 ausdehnt. Und demnach verringert sich der Nutzen einer Impfung, was die Mortalität betrifft, entsprechend auf ein Zehntel. All das beruht auf der starken Annahme, dass die Impfung hochwirksam ist – was bisher jedoch noch nicht empirisch gezeigt worden ist…
Aussagen, dass dieser Impfstoff „sicher“ sei, sind genau so wenig belegbar, auch wenn sie von der Pressestelle der Zulassungsbehörde kommen, wie die Gegenstimmen, dass der Impfstoff zu risikoreich sei, auch wenn diese von Ärzten und Fachgesellschaften kommen. Richtig ist, dass wir vor einem großen Wissensloch stehen…

In den Vereinigten Staaten beobachtete man 1976 beim Guillain-Barre-Syndrom einen Todesfall auf achtzigtausend Impfungen. Um diesen Todesfall mit ausreichender Sicherheit zu erfassen, bedarf es 240.000 systematisch beobachteter Geimpfter. Oder mit Dreisatz: Selbst wenn man gegenwärtig zehntausend Geimpfte in Studien mit dem neuen Impfstoff hätte, wäre man um Größenordnungen davon entfernt, dieses Risiko erkennen zu können. Daraus jedoch fehlendes Risiko abzuleiten ist so, als würde man nachts im Wald die Taschenlampe ausschalten und behaupten, es gäbe keine Bäume…
Dem Impfen als einer der überhaupt wirksamsten, medizinischen Präventionsmaßnahmen der vergangenen einhundert Jahre wird in diesen Tagen ein immenser, nachhaltiger Schaden zugefügt. Wie groß der Vertrauensverlust in der Bevölkerung tatsächlich ist, wird man erst im Nachhinein sehen. Noch dramatischer ist die Vorstellung, wie sich dieser Ansehensverlust in einer echten, ernsthaften Krisensituation auswirkt.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

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