Aus dem Elfenbeinturm: Alkohol auch fürs “jugendliche” Herz eine Wohltat

Über manche wissenschaftliche Publikation kann man nur den Kopf schütteln – so etwa über die in „Circulation“ gerade publizierte Studie von Harvard-Forschern, wonach angeblich mäßiger Alkoholkonsum (5 bis 29,9 Gramm täglich) auch bei jüngeren Menschen (maximal 50) das Risiko für eine koronare Herzkrankheit senkt. Sehen wir mal davon ab, dass die Botschaft von den positiven kardialen Effekten des Alkohols schon seit Jahren in allen möglichen Variationen verbreitet wird. Aber was soll man mit den „Erkenntnissen“ anfangen, die ja meist auf methodisch eher dürftigen Studien beruhen? Besonders peinlich ist dann, wenn – so auch in diesem aktuellen Fall – des Gewissens wegenfast gebetsmühlenartig darauf hingewiesen wird, dass natürlich die Risiken des Alkohols auch in Erwägung gezogen werden sollten.

Apropos Risiken: Besonders ältere Menschen und Jugendliche landen immer häufiger mit einem akutem Rausch ins Krankenhaus, hieß es diese Woche in vielen Medien. Weltweit liegt Deutschland beim Alkoholkonsum auf Platz fünf. Der Alkoholkonsum sei in den vergangenen Jahren im Durchschnitt zwar nicht gestiegen. Aber die Deutschen saufen sich öfter ins Koma als in der Vergangenheit. Das geht aus dem Jahrbuch Sucht 2010 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen hervor. So kamen 2008 etwa 109 300 Menschen mit akutem Rausch ins Krankenhaus. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes doppelt so viele wie im Jahr 2000.
Vor allem Jugendliche, aber auch Senioren saufen zunehmend bis zum Umfallen: 2008 mussten fast 26000 Kinder und Jugendliche ins Krankenhaus gebracht werden – eine Steigerung um fast das Dreifache im Vergleich zu 2000.

„Akuter Rausch und sogenanntes Komasaufen ist allerdings nicht allein ein jugendspezifisches Alkoholproblem“, erklärte Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der DHS. Durch Alkohol verursachte Gesundheitsstörungen führten jährlich zu mehr als 73000 Toten. „Gut ein Fünftel aller Todesfälle zwischen 35 und 65 Jahren sind alkoholbedingte Todesfälle“, sagte Gaßmann.

Insgesamt komsumieren laut Jahrbuch 9,5 Millionen Bundesbürger Alkohol in gesundheitlich riskanter Weise. Davon spricht man, wenn Frauen mehr als 12 Gramm reinen Alkohol – etwa ein kleines Bier – und Männer mehr als 24 Gramm trinken – und zwar täglich. Und 1,3 Millionen Deutsche sind vom Alkohol abhängig.

Siehe auch

„Hippokranet“

„Süddeutsche.de“

„Finanznachrichten.de“

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