USA: Impfstoff gegen Prostatakrebs zugelassen

Die US-Arzneimittelbehörde hat jetzt den therapeutischen Impfstoff Provenge (sipuleucel-T) gegen das fortgeschrittene Prostata-Karzinom zugelassen – drei Jahre nach der positiven Empfehlung des Expertengremiums der FDA. Mit der endgültigen Entscheidung hat es so lange gedauert, weil die Behörde von dem Unternehmen Dendreon weitere klinische Daten gefordert hatte.

Zugelassen ist der Impfstoff nur für Männer mit asymptomatischem oder leicht symptomatischem Prostata-Ca, das die Organgrenzen überschritten hat und nicht mehr auf eine Hormontherapie anspricht.

Provenge ist keine Heilung. Es verlängert nach den Studiendaten das Überleben um im Median 4,1 Monate. Einige Patienten bleiben allerdings mehrere Jahre am Leben: Nach den Studiendaten lebt drei Jahre nach der Therapie noch fast ein Drittel der Tumorpatienten.

Ein Problem wird, wie bei vielen modernen Krebsmitteln, wahrscheinlich der exorbitant hohe Preis sein: Nach Schätzungen von Pharmaanalysten könnten die Therapiekosten bei bis zu 100 000 US-Dollar liegen – pro Patient. Ein Kritikpunkt an der Vakzine ist der noch immer nicht völlig geklärte Wirkmechanismus. Provenge enthält ganz unterschiedliche Zellen, unter anderen auch Zellen, die das Immunsystem stimulieren. Obgleich die Vakzine  schon vor fast 20 Jahren entwickelt wurde, sei der klinische Effekt aber beeindruckend, meinte kürzlich die New Yorker Immunologin Dr. Nina Bhardwaj.

Inzwischen sind bereits Tumorvakzine der so genannten zweiten Generation in Entwicklung, von denen sich eine stärkere Immunstimulation erhofft wird. Einige Wissenschaftler fokussieren sich dabei auf tumorspezifische Antigene. Ein Beispiel für eine dieser moderneren Vakzine ist ein von Pfizer und Celldex entwickelter Impfstoff gegen Glioblastome.

Und GlaxoSmithKline will jetzt eine Vakzine gegen das Bronchial-Ca sogar bei Patienten mit sehr frühem Tumorstadium testen. Dies ist insofern ungewöhnlich, als Tumorvakzine bislang bei Patienten in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien geprüft wurden, in denen allerdings die Immunantwort nicht so stark ausfällt.

Um die Immunantwort auf die Vakzine zu stärken, werden einige der modernen Impfstoffe heute mit Chemotherapeutika kombiniert. Die US-Biotech-Firma Oncothyreon (Merck, Darmstadt) etwa hat eine Vakzine mit dem Namen Stimuvax entwickelt, die mit Cyclophosphamid kombiniert wird. Da jedoch in einer klinischen Studie mit Stimuvax ein Patient unter hoch dosiertem Cyclophosphamid eine akute Enzephalitis entwickelte, hat die FDA alle klinischen Stimuvax-Studien erstmal auf Eis gelegt.

Hier weitere Informationen zu

Provenge

Links:

Wallstreet Journal

finanznachrichten.de

Wikipedia

Leitlinie Prostatakrebs

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