Handy und Hirntumore: WHO-Studie ohne klares Resultat

Ob Mobiltelefone Hirntumore verursachen, bleibt weiterhin unklar. Eine Studie, in der fast 13 000 Handy-Nutzer über zehn Jahre beobachtet wurden, kam zu keinem klaren Resultat. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der „International Agency for Research on Cancer“ (IARC), einer Einrichtung der WHO, durchgeführt.

“Die Studienergebnisse lassen zwar nicht die Schlussfolgerung zu, dass es im Zusammenhang mit Mobiltelefonen irgendein Risiko gibt“, sagte IARC-Direktor Christopher Wild. Ein Risiko sei aber dennoch nicht auszuschließen.

Nach der IARC-Studie ist das Risiko für einen Hirntumor bei Nutzern von Mobiltelefonen sogar erniedrigt. Dieses Ergebnis lasse aber methodische Mängel oder unzureichende Informationen der Studienteilnehmer vermuten, erklären die Autoren der Studie. Wir können aber einfach nicht den Schluss ziehen, dass es kein Risiko gebe, sagt Studienleiterin Dr. Elisabeth Cardis (Center for Research in Environmental Epidemiology in Barcelona). Es gebe Hinweise auf ein vermehrtes Risiko, die zwar Folge methodischer Mängel sein könnten. Die Hinweise seien aber dennoch Grund zur Besorgnis. Problem der IARC-Studie wie aller bisherigen Studien zu diesem Thema ist, dass sie nicht prospektiv ist, ein Kausalzusammenhang zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen und Hirntumoren also methodisch ohnehin nicht zu klären war. Außerdem basierte die aktuelle Untersuchung auf Interviews von Handy-Nutzen, was zwangsläufig fehleranfällig ist. Die Studie, die im “International Journal of Epidemiology“ erscheinen soll, wurde mit insgesamt 19,2 Millionen Euro finanziert, 5,5 Millionen Euro kamen von Handy-Herstellern. Die WHO will die Ergebnisse morgen in einer Pressekonferenz vorstellen.

Ausgewertet wurden Interview-Daten von 2708 Personen mit Gliomen und 2409 mit Meningeomen. In der Vergleichsgruppe waren 7500 Menschen ohne Krebs. Die Studienteilnehmer kamen aus Australien, Kanada, Neuseeland, Israel und Europa.

Da solche Studien nur unzureichend aussagekräftig sind, haben übrigens europäische Wissenschaftler im vergangenen Monat eine prospektive Studie gestartet, für die rund 250 000 Menschen in fünf europäischen Ländern bis zu 30 Jahre beobachtet werden sollen.

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