Olmesartan: laut Hochdruckforscher kein Grund zur Sorge

Die US-Arzneimittelbehörde (FDA) untersucht derzeit die kardiovaskuläre Sicherheit von Olmesartan.
Anlass sind Daten der Studien ROADMAP und ORIENT, in denen Typ-2-Diabetiker mit dem Sartan eine höhere kardiovaskuläre Sterberate hatten als Patienten unter Placebo. Die Behörde geht weiterhin davon aus, dass der Nutzen des Sartans bei Bluthochdruck-Patienten mögliche Risiken überwiege. Auch beim Kongress der Europäischen Hochdruckgesellschaft diese Woche hielten sich die Bedenken der Bluthochdruck-Forscher, was die kardiovaskuläre Unsicherheit des Sartans angeht, doch sehr in Grenzen. Anlass einer Diskussion zu diesem Thema war die Präsentation der ROADMAP-Studie mit fast 5000 Patienten durch Professor Hermann Haller (MHH).
Die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle – 15 unter Olmesartan und drei unter Placebo – sei einfach zu klein, um daraus irgendwelche sicheren Schlüsse ziehen zu können, so Haller. Außerdem habe es sich um eine so genannte „post-hoc-Analyse“ gehandelt, wodurch die Aussagekraft ohnehin eingeschränkt sei.
Analysen der Daten hätten zudem gezeigt, dass die Mortalitätszunahme sich auf Patienten mit bereits bestehender Herzkrankheit beschränkte und meist bei einem systolischen Blutdruck unter 120 mmHg vorkam. Dies, so Haller, stütze die These, dass „je niedriger, desto besser“ nicht für alle Patienten gelte – zum Beispiel nicht für KHK-Patienten. Diese Daten waren laut Haller der FDA nicht bekannt. Klar sei, dass es sich hierbei nicht um ein Problem von Olmesartan handele.
Ähnlich äußerte sich auch der in den USA lebende Schweizer Kardiologe Professor Franz Messerli: „Natürlich werde ich vorsichtig sein, aber ich werde weiterhin Olmesartan einsetzen. Es ist ein gutes Antihypertensivum und eins der stärksten Sartane, über das wir verfügen.“ Auch Professor George Bakris, Präsident der US-Bluthochdruckgesellschaft, bedauerte zwar, dass es zu Olmesartan nicht mehr “Outcome”-Studien gebe. Die beobachteten Todesfälle unter Olmesartan hielt er allerdings ebenfalls für keinen Beleg dafür, dass das Sartan ein Sicherheitsproblem habe. Die FDA sei derzeit sehr unter Druck und daher besonders vorsichtig, so sein Kommentar zu den Ereignissen in den USA. Für einen Zufallsbefund hielt  die Olmesartan-Daten auch der schwedische Kardiologe Professor Björn Dahlöf.
Link: Hippokranet

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