Kein Beleg für die Venen-These der MS-Genese

Für die “Venen-These zur MS-Genese” des Italieners Paolo Zamboni haben Neurologen um Dr. Florian Döpp von der Charité in Berlin keine Belege gefunden. Ultraschall-Untersuchungen bei 56 MS-Kranken ergaben keine Hinweise dafür, dass eine chronisch venöse Insuffizienz bei der MS von Bedeutung ist. Bei 55 der 56 Patienten und bei allen 20 Personen einer Kontrollgruppe waren die sonografischen Befunde unauffällig. Von den fünf Ultraschall-Kriterien Zambonis für die Diagnose einer chronisch venösen Insuffizienz erfüllte keiner der 76 Studienteilnehmer mehr als ein Kriterium. Die Studie von Döpp und seinen Kollegen ist online vorab in den “Annals of Neurology” erschienen.

Die Theorie von Zamboni wird aber sicher noch weiter für Gesprächsstoff und kontroverse Diskussionen sorgen. Erst vor wenigen Tagen berichtete „aend“, dass kanadische und US-amerikanische MS-Gesellschaften Forschungsarbeiten zu der Venen-These mit 2,4 Millionen US-Dollar unterstützen. Und die Protagonisten der Theorie präsentierten im April auf einem Neurologen-Kongress in Toronto zum wiederholten Male Studiendaten, die ihrer Ansicht nach für eine venöse Genese der MS sprächen.

Die Mitglieder des ärztlichen Beirats der „Deutschen Gesellschaft für Multiple Sklerose“ lehnen die Theorie von Zamboni als unbewiesen ab. Mehrfach haben sie auch schon vor operativen Therapieversuchen auf der Grundlage der Zamboni-Theorie gewarnt.

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