Intrakranielle Hypertonie: Diät lindert Kopschmerzen

Eine strikte Diät kann übergewichtigen jüngeren Frauen mit einer bestimmten Kopfschmerzerkrankung helfen. Dabei handelt es sich um die so genannte idiopathische intrakranielle Hypertonie – ein Krankheitsbild, das vorwiegend übergewichtige Frauen betrifft. Für die Patienten geht die Erkrankung mit Kopfschmerzen, Sehstörungen und Ohrgeräuschen einher. Laut einer Pressemitteilung der „Deutschen Gesellschaft für Neurologie“ können die Symptome sehr gut durch eine strikte kalorienreduzierte Diät gelindert werden. Ergeben habe dies eine Studie britischer Kollegen, die kürzlich im „British Medical Journal“ erschienen ist.

„Damit ist die Wirksamkeit der wichtigsten Behandlungsstrategie, nämlich der Gewichtsreduktion, endlich durch eine kontrollierte Therapiestudie unterstützt“, erklärt die Münchener Neurologin Privatdozentin Stefanie Förderreuther von der „Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft“.

„Die Studie kommt zur rechten Zeit“, bekräftigt Förderreuther. „Da Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung zunehmen, muss man auch von einer steigenden Zahl von Patientinnen mit idiopathischer intrakranieller Hypertonie ausgehen.“ Nach diesen Ergebnissen ist es gerechtfertigt, dass Betroffene eine begleitende ernährungs-medizinische Beratung und Behandlung erhalten. Ob auch geringere Gewichtsabnahmen zu ausreichenden Therapieeffekten führen, müssten allerdings weitere Studien klären.

25 Patientinnen mit einem BMI von mehr als 25 und intrakraniellem Hochdruck nahmen über drei Monate an einer stark kalorienreduzierten Diät von nur 425 Kilokalorien pro Tag teil. Nur zwei brachen die Studie ab, weil sie die Diät nicht einhalten konnten; zwei weitere Patientinnen erschienen nicht zu Folgeuntersuchungen. Damit war die Drop-out-Rate deutlich geringer als zu erwarten.

Durch das rigide Ernährungsprogramm konnte bei allen Patientinnen eine erhebliche Gewichtsreduktion von im Durchschnitt 15,7 Kilo –das entsprach 15,5 Prozent des Körpergewichts– erzielt werden. Dies ging mit einer signifikanten Abnahme des intrakraniellen Drucks einher. In der Folge hatten die Patientinnen seltener Kopfschmerzen und verzeichneten überdies eine Abnahme der Kopfschmerzintensität. In standardisierten augenärztlichen Kontrollen wurde zudem ein signifikanter Rückgang der Stauungspapillen dokumentiert. Auch nach Beendigung der Diät blieben die Befunde über einen weiteren Beobachtungszeitraum von drei Monaten stabil.

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