Aromatase-Hemmer: Kardiales Risiko erhöht, aber geringfügig

Aromatase-Hemmer gehen bei Frauen in der Postmenopause wohl tatsächlich mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen einher. Daten einer Metaanalyse mit fast 30 000 Patientinnen, die jetzt in San Antonio bei einem Brustkrebs-Symposium präsentiert wurde, bestätigen eine schon länger gehegte Vermutung.
2008 etwa hatte die FDA vor einem möglicherweise erhöhten kardialen Risiko unter Anastrozol gewarnt. Nach der aktuellen Analyse von sieben kontrollierten Studien, in denen Aromatase-Hemmer mit Tamoxifen verglichen wurden, handelt es sich womöglich aber nicht um einen substanzspezifischen, sondern um einen Klasseneffekt. Nach Angaben der Autoren um Dr. Eitan Amir (Toronto) geht eine längere, mehr als dreijährige Therapie mit Aromatase-Hemmern mit einem um 26 Prozent erhöhten Risiko für Infarkte, Angina pectoris und Herzversagen einher. Die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen steige um 48 Prozent. Das Risiko für venöse Thrombosen und für Endometrium-Karzinome sinke  dagegen um 47 und 68 Prozent.

Bei diesen Angaben handelt es sich allerdings um relative Daten. Die absolute kardiale Risikozunahme unter Aromatase-Hemmern sei mit einem einzigen zusätzlichen Prozentpunkt recht gering, so Amir. Dies gelte aber nicht für Frauen mit kardiovaskulären Risikofaktoren, etwa Bluthochdruck. Bei ihnen steige das absolute Risiko um sieben Prozentpunkte. Die Therapie sollte sich daher auch am kardialen Risikoprofil orientieren; eine routinemäßige und generelle Gabe von Aromatase-Hemmern sei wenig sinnvoll. Insgesamt seien die Daten der Metaanalyse aber noch als relativ vorläufig zu bewerten, da eine Publikation in einer Fachzeitschrift noch fehle.

 

 

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