Migräne: „Rolle des Wetters wird überschätzt“

Für die Ansicht von manchen Migräne-Patienten, ihre Schmerzattacken würden vom Wetter  und Parametern wie Temperatur und Luftdruck beeinflusst, gibt es angeblich wenig Belege. „Die Rolle des Wetters wird höchstwahrscheinlich überschätzt”, sagt Dr. Christian Wober von der Universität von Wien, der zusammen mit seinen Kollegen jetzt in „Cephalalgia“ eine Studie zu Zusammenhang von Wetter und Migräne veröffentlicht hat.

Die Datenlage zu diesem Thema ist allerdings recht heterogen. In einer 2009 veröffentlichen Studie wurde zum Beispiel festgestellt, dass bei einem Wetterwechsel, etwa einem Temperaturanstieg, die Zahl der Patienten zunimmt, die wegen Migräne und anderen Kopfschmerzformen ein Krankenhaus in Boston aufgesucht hatten. Ein Zusammenhang gab es in dieser Studie auch zum Parameter Luftdruck-Abfall. In anderen Studien konnte dagegen kein Zusammenhang zwischen Wetter und Migräne sowie anderen Kopfschmerzformen nachgewiesen werden.

Für die aktuelle Studie haben die Wiener Neurologen 238 erwachsene Migräne drei Monate ein Kopfschmerz-Tagebuch führen lassen. Die Patienten sollten dabei detaillierte Angaben zur genauen Symptomatik machen und auch zu möglichen Risikofaktoren. Zudem sollten sie sieben Fragen zum Wetter beantworten. Objektive Wetter-Daten Darüber hinaus besorgten sich Wober und seine Kollegen beim Wiener meteorologischen Institut.

Ergebnisse: Zum einen gab es viele Diskrepanzen hinsichtlich des Wetters zwischen den Patienten und den Meteorologen. Zum anderen konnten die Wiener Neurologen keine statistisch signifikanten Korrelationen zwischen Wetter-Parametern und Migräne-Attacken feststellen. Die Ergebnisse dieser Studie wie die anderer Untersuchungen zeigen, dass das Wetter von „sehr geringer“ Bedeutung als Migräne-Trigger sei, so Wober gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“. Allerdings: 100-prozentig ausschließen könne man einen Zusammenhang nicht, so Wober.

Weitere Informationen:

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

Chronische Migräne – eine aktuelle Publikation

Nichtalimentäre Triggerfaktoren bei Migräne

 

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