Die Impf-Autismus-These: „BMJ“ spricht von Betrug

Dr. Andrew Wakefield, der britische Arzt, der in seinen Studien einen Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus postuliert hatte, habe die Studiendaten manipuliert und so absichtlich betrogen, hieß es kürzlich es in einem Beitrag des britischen Journalisten Brian Deer im „British Medical Journal“. Wakefield selbst versucht sich hingegen als Opfer von Medien-Kampagnen darzustellen, hinter denen Impfstoff-Hersteller stünden.

Nach Angaben der „BMJ“-Herausgeber ist es ausgeschlossen, dass Wakefield, dem vergangenes Jahr in Großbritannien die Zulassung entzogen wurde, unabsichtlich Fehler gemacht habe. Er habe die Daten eindeutig gefälscht. So sei inzwischen unter anderem belegt, dass einige der Kinder (n = 12), bei denen die Erkrankung angeblich nach einer MMR-Impfung aufgetreten sei, schon davor an Autismus erkrankt waren. Wakefield habe eindeutig betrogen, so Dr. Fiona Godlee und ihre Kollegen vom “BMJ” in einem Kommentar.

Der Gastroenterologe hatte seine Behauptung mit einer 1998 im „Lancet“ publizierten Studie begründet. Im Februar letzten Jahres zog die Fachzeitschrift die Publikation wegen erheblicher Mängel allerdings zurück. Mit-Autoren von Wakefield hatten ihre Namen schon einige Jahre zuvor von der Arbeit streichen lassen.

Wakefield selbst, der inzwischen in den USA arbeitet, streitet Betrug ab. „Die Studie ist keine Lüge. Unsere Daten wurden von Studien in fünf Ländern bestätigt“, so Wakefield gegenüber „CNN“. Er sei vielmehr ein Opfer von Versuchen, Untersuchungen in die Sicherheit von Impfstoffen zu verhindern. Unterstützung erhält Wakefield unter anderem von Wendy Fournier, der Präsidentin der “National Autism Association”. Sie wüsste nicht, warum Wakefield Daten hätte manipulieren sollen. Er sei ein ehrbarer Arzt, der nur die Ursachen des Autismus habe herausfinden wollen. Dabei sei er jedoch der Pharmaindustrie in die Quere gekommen, die ihn – mit Unterstützung von Medien – „zerstört“ hätte, so Fournier und auch Eltern von autistischen Kindern.

Zur Erinnerung: 2004 war bekannt geworden, dass Wakefield vor seiner Veröffentlichung von Anwälten der Eltern autistischer Kinder 55 000 britische Pfund an so genannten Drittmitteln erhalten hatte. Diese Anwälte hatten nach Verbindungen zwischen Autismus und der Impfung gesucht, um Hersteller des Impfstoffes zu verklagen. Und im Februar vergangenen Jahres kam auch die britische Ärztekammer zu der Einschätzung, dass Wakefield seine Forschungsergebnisse in „unverantwortlicher und betrügerischer Weise dargestellt und eine gefühllose Geringschätzung für die Kinder in seiner Studie“  gezeigt habe.

Dass an der Behauptung von Wakefield nichts dran ist, gilt heute als gesichert. Erst im letzten Jahr bestätigte eine polnische Studie („Pediatric Infectious Disease Journal“) andere Arbeiten, wonach es keinen Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus gebe. In der polnischen Studie war die Autismus-Rate bei den geimpften Kindern sogar geringer als bei den ungeimpften.

Weitere Informationen

Interview mit Andrew Wakefield

Interview mit Brian Deer

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