Passivrauchen kann Blutdruck von Kindern erhöhen


Passivrauchen erhöht schon bei Vorschulkindern den Blutdruck. Zu diesem Ergebnis kommt laut einer Pressemitteilung der Universität Heidelberg eine Studie, die Ärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Uni Heidelberg sowie des Gesundheitsamts Rhein-Neckar bei über 4000 Fünf- bis Sechsjährigen durchgeführt haben. Die Studie erscheint heute online in der Fachzeitschrift „Circulation“. Mit dieser Studie haben wir erstmals gezeigt, dass Passivrauchen bei Kindern den Blutdruck deutlich ansteigen lässt“, so Professor Dr. Georg Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Heidelberger Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin.
Für die Studie wurde die reguläre Einschulungsuntersuchung durch das Gesundheitsamt in den Kindergärten erweitert: Bei insgesamt 4236 Mädchen und Jungen wurde von Februar 2007 bis Oktober 2008 zusätzlich der Blutdruck gemessen.

Das Ergebnis der Studie im Detail: Kinder, die  zu Hause dem Zigarettenrauch ihrer Eltern ausgesetzt waren, hatten ein um 21 Prozent erhöhtes Risiko für einen hohen Blutdruck. Von erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) spricht man bei Fünfjährigen bereits, wenn der Blutdruck im Mittel über einem Wert von 111 / 72 mmHg liegt. Bei 28,5 Prozent der Kinder rauchten die Väter, bei 20,7 Prozent die Mütter und bei 11,9 Prozent beide Eltern. Vor allem das Rauchen der Mütter beeinflusste den Blutdruck negativ,  vermutlich weil sie eher zu Hause rauchen als die Väter, die bevorzugt am Arbeitsplatz zur Zigarette greifen.
Wie kommt es, dass Passivrauchen den Blutdruck steigen lässt? „Tabakrauch hat vielfältige Effekte auf die Blutgefäße“, erklärt Privatdozentin Dr. Elke Wühl, Oberärztin am Heidelberger Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. So komme es zu einem Anstieg der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin und einer Abnahme des Wirkstoffs Stickoxid in der Gefäßwand, der diese erweitert. Außerdem wird die Innenwand der Blutgefäße durch Tabakrauch dicker und verliert an Elastizität.

Erstautor der Heidelberger Studie ist Dr. Giacomo D. Simonetti, ehemals Heidelberg, der mittlerweile an der Kinderklinik des Universitätsspitals Bern forscht und arbeitet. Weitere Verfasser sind neben Privatdozentin Dr. Elke Wühl  und Professor Dr. Georg Hoffmann, Professor Dr. Franz Schaefer, Leiter der Sektion Pädiatrische  Nephrologie im Heidelberger Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Rainer Schwertz und Dr. Martin Klett vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises. Die Studie wurde unterstützt von der Manfred-Lautenschläger Stiftung, der Reimann-Dubbers-Stiftung, der Dietmar-Hopp-Stiftung und der Schweizerischen Hypertonie Gesellschaft.

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