Statin-Therapie auch bei niedrigen CRP-Werten wirksam

Das CRP hilft nach neuen Daten der  “Heart Protection Study” (HPS) womöglich nicht dabei, eine Statin-Therapie zu steuern. Der Effekt der lipidsenkenden Therapie auf die Rate vaskulärer Ereignisse war in der Studie unabhängig von der CRP-Konzentration. Dies sei auch bei Patienten mit niedrigen LDL-C und CRP-Werten der Fall gewesen, berichten heute die Autoren um Dr. Jonathan Emberson (Universität von Oxford) in der Online-Ausgabe des “Lancet”. Die Ergebnisse stützten nicht die Annahme, dass der Effekt der Statine abhängig von der CRP-Konzentration oder dem Entzündungs-Status sei. Dies gelte darüber hinaus vermutlich für alle Statine und für ein großes Spektrum an Patienten, egal ob mit oder ohne Gefäßerkrankung.

An der HP-Studie nahmen 20 536 Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko teil. Sie erhielten über fünf Jahre entweder 40 Milligramm Simvastatin pro Tag oder ein Scheinpräparat. Für die aktuelle Analyse wurden in Anhängigkeit von den jeweiligen basalen CRP-Werten sechs Gruppen gebildet (<1.25, 1.25-1.99, 2 -2.99, 3 -4.99, 5 -7.99 und >8 mg/l). Die durch das Statin erzielte Risikoreduktion bei primären kombinierten Endpunkt (Koronartod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Revaskularisierung) oder seinen einzelnen Komponenten war unabhängig vom CRP-Wert statistisch gleich. Selbst bei einer CRP-Konzentration von unter 1,25 mg/l betrug sie 29 Prozent, bei niedrigen CRP- und LDL-C-Werten 27 Prozent.  Die aktuelle Auswertung bestätige daher Ergebnisse der Primärpräventions-Studie JUPITER, in der der Effekt von Rosuvastatin im Vergleich zu Placebo ebenfalls unabhängig vom CRP-Spiegel gewesen sei, erklärte Emberson. Allerdings hatten die Patienten in JUPITER CRP-Werte von mindestens 2 mg/l. „In der HP-Studie haben wir nun nachgewiesen, dass eine Statin-Therapie auch bei deutlich niedrigeren Werten etwas bringt.“ Die aufgrund früherer Studien aufgestellte These, dass Statine bei niedrigen CRP-Werten schwächer wirkten, treffe also nicht zu. .

Nach Ansicht von Professor Paul Ridker, Leiter der JUPITER-Studie und Protagonist der hochsensitiven CRP-Messung, könnten die Ergebnisse der Sekundärpräventions-Studie HPS nicht auf die Primärprävention übertragen werden. Laut Professor Sanjay Kaul handelt es sich außerdem um eine so genannte post-hoc-Analayse, deren Ergebnis nicht überbewertet werden sollte und durch prospektive kontrollierte Studien noch bestätigt werden müsste. Nach Angaben von Ridker fällt noch in diesem Jahr der Startschuss für zwei solcher Studien.

Erst im November letzten Jahres hatte übrigens ein Team um den britischen Kardiologen um Dr. Peter Sever (Imperial College London) beim US-Kardiologen-Kongress in Chicago Daten einer Studie vorgestellt, nach der der LDL-C- und auch der CRP-Wert zwar einen Infarkt vorhersagen können. Nach Berücksichtigung von weiteren Risikofaktoren, etwa hoher Blutdruck und Nikotinabusus, zeigte sich, dass das hochsensitive CRP kaum zur Infarkt-Vorhersage beitrug.

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