Studie zu ADHS-Diät: zu vorläufig für klinisch Konsequenzen

Eine Eliminations-Diät könnte, bei Kindern mit ADHS die Symptome mildern, berichten niederländische Kollegen im “Lancet”. An der bisherigen klinischen Praxis sollte sich aber nichts ändern, betonen Pädiater, die nicht an der Studie beteiligt waren.

Seit langem wird darüber spekuliert, dass allergieauslösende Substanzen in der Nahrung die Symptome beim ADHS fördern könnten. Die niederländischen Kollegen um Dr. Lidy M. Pelsser („ADHD Research Centre“ in Eindhoven) haben dies nun geprüft, indem sie 50 Kindern im Alter von vier bis acht Jahren für fünf Wochen eine allergiearme Kost auf der Basis von Reis, Gemüse, Birnen, Fleisch und Wasser (individuell ergänzt um anderes Obst und Weizenprodukte etwa) verabreicht haben. Als Kontrollgruppe dienten 50 gleichaltrige Kinder, die für fünf Wochen Tipps zu einer gesunden Ernährung befolgen sollten.

Nach Angaben der Wissenschaftler nahmen bei 78 Prozent der Kinder (32 von 41) mit der Eliminations-Diät die Symptome ab. Neun Kinder beendeten die Studie vorzeitig (wenigstens 16 geeignete Kinder hatten die Teilnahme an der Studie zudem abgelehnt). 22 Prozent der 41 Kinder reagierten nicht auf die Diät. Wurde wieder Normalkost gegeben, kam es bei zwei Drittel der Probanden (19 von 30), die primär von der Diät profitiert hatten,  zu einem Rückfall. Ein Zusammenhang zwischen IgG-Spiegeln und der Reaktion auf die Nahrungsmittel wurde jedoch nicht festgestellt.

Laut Jaswinder Kaur Ghuman (Universität von Arizona in Tuscon), die die Studie im „Lancet“ kommentiert hat, scheint eine solche Diät einigen Kindern wirklich zu helfen. Allerdings sollte diese Ernährung gut überwacht werden, eventuell sogar von einem Ernährungsspezialisten. Darüber hinaus seien viele Fragen noch unbeantwortet. Die Studie, die übrigens nicht vollständig verblindet war (Eltern und Lehrer wussten Bescheid), sei kein Grund, die bisherige klinische Praxis zu ändern, sie die Professorin für Kinderpsychiatrie. Ähnlich sieht dies der US-Pädiater Dr. Andrew Adesman (“The Steven and Alexandra Cohen Children’s Medical Center in New York). Da kein Kind länger als fünf Wochen “auf Diät” blieb, ist es laut Adesman völlig unklar, ob die restriktive Kost dauerhaft erfolgreich ist. Außerdem seien solche Diäten bei vielen der Kinder nicht realisierbar.

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