Apixaban bei Vorhofflimmern: Durchbruch in der Schlaganfall-Prävention?


Weit mehr als die Hälfte der Patienten in Deutschland mit Vorhofflimmern nehmen Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung eines Schlaganfalls. Das wird sich nach Ansicht der „Deutschen Gesellschaft für Neurologie“ bald deutlich ändern: In der AVERROES-Studie mit rund 5600 durchschnittlich 70 Jahre alten Patienten erwies sich der neue Blutgerinnungshemmer Apixaban (Pfizer, BMS) im Vergleich zur ASS als überlegen. Mit Apixaban behandelte Patienten haben demnach ein um 55 Prozent (1,9 Prozentpunkte) vermindertes Risiko für einen Schlaganfall. „Dieses Ergebnis ist ein Durchbruch in der modernen Schlaganfall-Prävention und wird die Weichen in der Behandlung völlig neu stellen“, so Professor Hans-Christoph Diener (Essen), Leiter des so genannten Adjudizierungskomitees der Studie. Die AVERROES-Studie, deren Ergebnisse übrigens seit August 2010 bekannt sind, ist heute von Diener auf einer Pressekonferenz der „American Heart Association“ in Los Angeles vorgestellt worden und zeitgleich im „New England Journal of Medicine“ erschienen.

In der AVERROES-Studie wurden 5599 Patienten mit Vorhofflimmern eingeschlossen, die entweder Marcumar nicht einnehmen wollten oder bei denen nach Ansicht des behandelnden Arztes Gegenanzeigen bestanden. Diese Patienten wurden zur einen Hälfte mit dem neuen Gerinnungshemmer Apixaban (5 mg zweimal täglich) oder mit ASS in Tagesdosen zwischen 81 und 344 mg behandelt. Das Studienziel war, Schlaganfälle und Embolien zu verhindern.

Ergebnisse der Studie wurden, wie hier berichtet,  bereits im vergangenen Jahr auf dem europäischen Kardiologen-Kongress in Stockholm von Professor Stuart Connolly (Hamilton in Ontario) vorgestellt. Laut Connolly betrug die Häufigkeit des primären Endpunktes aus Schlaganfällen oder systemischen Embolien unter Apixaban 1,7 Prozent pro Jahr, unter ASS 3,6 Prozent.. Die überlegene Wirksamkeit wurde nicht durch eine höhere Rate an schweren Blutungen bezahlt: Sie betrug unter ASS 1,4 und unter Apixaban 1,2 Prozent pro Jahr. Hämorrhagische  Schlaganfälle waren in beiden Therapiegruppen mit 0,2 Prozent pro Jahr gleich häufig. Laut Connolly werden bei einer einjährigen Behandlung von 1000 Patienten mit dem Faktor Xa-Hemmer statt mit ASS 18 weitere Schlaganfälle verhindert, zehn Todesfälle und 31 kardiovaskulär bedingte Klinik-Aufnahmen. Der Preis dafür seien zwei schwerwiegende zusätzliche Blutungen.

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