Erschöpfungs-Syndrom: Noch ein Dämpfer für die Virus-Anhänger

Die Anhänger der These, das chronische Erschöpfungssyndrom sei eine Virus-Erkrankung, bekommen durch eine neue britische Studie möglicherweise einen Dämpfer. In der im „Lancet“ publizierten Untersuchung ist herausgekommen, dass eine kognitive Verhaltenstherapie plus schrittweise steigende sportliche Belastung die Symptome signifikant lindern kann.

Das Ergebnis der randomisierten Studie mit 641 Patienten ist insofern von einiger Bedeutung, als manche Patienten mit Fatigue-Syndrom in der Vorstellung, ein Leukämie-Virus verursache die Erkrankung, sich mit teuren Aids-Medikamenten behandeln lassen bzw. behandeln lassen wollen. Die Vorstellung, das Syndrom sei Folge einer Infektion mit dem XMR-Virus (Xenotropic Murine Leukemia related), gründet auf einer im Oktober 2009 in „Science“ publizierten Studie der US-Virologin Dr. Judy Mikovits, Direktorin des „Whittemore Peterson Institutes“ in Reno. Mikovits und ihre Kollegen hatten das XMR-Virus bei 67 Prozent von 101 Patienten mit Fatigue-Syndrom gefunden.

In europäischen Studien wie auch in einer Untersuchung der „Centers for Disease Control“ konnte der Befund von Mikovits  jedoch nicht bestätigt werden, trotz sehr empfindlicher Labortests. Mehrere Studien, die im Dezember in der Zeitschrift „Retrovirology“ erschienen sind, legen zudem die Vermutung nach, der positive Virus-Nachweis im Blut von Fatigue-Patienten könne Folge einer Kontamination im Labor gewesen sein. Mikovits soll laut einem FAZS-Bericht von Volker Stollorz trotzdem ein Patent auf ihren Test zum Nachweis des XMR-Virus beantragt haben. In Reno bietet übrigens ein Labor mit dem Namen „VIP Dx“ einen Nachweis-Test bereits an. Preis: etwas über 400 Euro.

Siehe auch „The Guardian“

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