Erneut keine Belege für erhöhtes Krebsrisiko unter Sartanen

Erhöhen Sartane das Krebs-Risiko? Nach weiteren Studien-Ergebnissen ist an diesem im vergangenen Jahr geäußerten Verdacht vermutlich nichts dran. In zwei aktuellen Studien, einer Kohorten-Studie und einer Metaanalyse, konnte kein Zusammenhang zwischen einer Sartan-Therapie und Tumoren nachgewiesen werden.

Zur Erinnerung: Eine im Juni 2010.publizierte und sehr kritisierte Metaanalyse hatte ergeben, dass Sartane möglicherweise das Krebsrisiko erhöhen, um 25 Prozent etwa das Risiko für ein Bronchialkarzinom („Lancet Oncology“). Die Studien-Analyse von Dr.  Ilke Sipahi (Cleveland) hatte nicht nur für Beunruhigung gesorgt, sondern auch die EMA und die FDA veranlasst, die Sicherheit der Sartane zu prüfen. Beide Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Unserer Ansicht nach gibt es jetzt jedoch sehr gute Belege dafür, dass zwischen Sartanen und Tumoren kein Zusammenhang besteht, erklärt Dr. Björn Pasternak („Statens Serum Institute“ in Kopenhagen), Leiter der Kohorten-Studie („Circulation“). Eine Sartan-Therapie könne daher auf jeden Fall ohne Angst vor einer Tumor-Induktion weitergeführt werden. Pasternak und seine Kollegen haben Register-Daten von mehr als 300 000 Patienten in Dänemark ausgewertet. Eine signifikante Assoziation zwischen Sartanen im Vergleich ACE-Hemmern und einem erhöhten Tumor-Risiko und der Krebssterblichkeit konnten sie nicht feststellen – unabhängig vom Geschlecht der Patienten, der Art des Sartans und der Therapiedauer. Allein Subgruppen-Analysen ergaben einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Sartan-Therapie und Prostata-Karzinomen. Dieser statistische Befund sollte allerdings sehr vorsichtig interpretiert werden, betonen die Autoren.

Zu einem ähnlichen Ergebnis sind auch die Autoren einer Metaanalyse („ARB Trialists Collaboration“) gekommen, die jetzt im „Journal of Hypertension“ erschienen ist. Ausgewertet wurden 15 Studien mit über 138 000 Patienten. Beide aktuellen Studien bestätigen zudem eine Ende 2010 publizierte Analyse von rund 70 Studien mit über 300 000 Patienten („Lancet Oncology“).

Mit den aktuellen Daten sei die Studie von Sipahi endgültig widerlegt, meint Professor Franz Messerli (New York). Auch Professor Giuseppe Mancia (Universität Mailand), der die aktuelle Metaanalyse kommentiert hat, sieht keinerlei Belege für eine Krebsgefahr unter Sartanen. Im Gegensatz zu seinen Kollegen hält jedoch Professor Steven Nissen (Cleveland), der 2010 die Arbeit von Sipahi kommentiert hatte, das Buch über einen möglichen Zusammenhang zwischen Sartanen und Krebs für noch nicht definitiv geschlossen. Die Regulierungsbehörden sollten ihre Prüfungen daher rasch zu Ende führen, fordert Nissen.

 

 

 

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