Umdenken bei der Alzheimer-Krankheit: neue US-Empfehlungen zur Diagnose

In den USA gibt es neue Empfehlungen für die  Diagnose der Alzheimer-Erkrankung. Sie spiegeln vor allem ein Umdenken im Umgang mit der chronisch neurodegenerativen Erkrankung wider. Worum es letztendlich geht, ist natürlich nicht allein eine sehr frühe Diagnose, sondern die Prävention oder zumindest eine Frühintervention. Die aktualisierten Empfehlungen, mit deren Entwicklung vor 27 Jahren begonnen wurde, sind jetzt vom “National Institute on Aging” und der US-Alzheimer-Gesellschaft in der Zeitschrift “Alzheimer’s & Dementia” veröffentlicht worden.

In den aktualisierten Leitlinien gibt es drei Kategorien:

* Demenz als Folge der Alzheimer-Erkrankung

* Leichte kognitive Beeinträchtigung („Mild Cognitive Impairment“, MCI), erstmals als Vorstufe  der Alzheimer-Demenz definiert

* Präklinische Stadien des Morbus Alzheimer

Das Besondere dabei ist nach Angaben der Autoren vor allem das Verständnis der Erkrankung als eines kontinuierlichen Prozesses. Für die Diagnose der Erkrankung im klinischen Alltag haben die Änderungen derzeit allerdings kaum Bedeutung. Relevant sind sie in erster Linie für die Forschung und für klinische Studien. Berücksichtigt wurden selbstverständlich neue Erkenntnisse zu bildgebenden Verfahren und Biomarkern im Liquor. Aufwendige bildgebende Verfahren wie die PET sowie Genom-Analysen und Biomarker-Bestimmungen sollten allerdings auf die Forschung und klinische Studien beschränkt bleiben, da für eine Anwendung im klinischen Alltag viele Fragen zur Interpretation der Befunde noch nicht beantwortet sind. Dies gilt in erster Linie für die Diagnose präklinischer Stadien – durch Biomarker etwa. Sie habe derzeit keine Relevanz für den Praxisalltag, betonen die Autoren.

Hintergrund dafür, auch präklinische Stadien mit in die Neufassung aufzunehmen, sind die bislang eher enttäuschenden Ergebnisse in der Therapie von Patienten mit Alzheimer-Demenz wie auch in der Prävention der Demenz. Die neuen Diagnose-Kriterien sollen dabei helfen, jene Patienten präzise und einheitlich zu identifizieren, bei denen in Studien präventive Interventionen geprüft werden sollen.

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