Bisphosphonate: atypische Frakturen extrem selten

In einer retrospektiven Studie haben schwedische Wissenschaftler erneut Hinweise dafür gefunden, dass Bisphosphonate mit einem erhöhten Risiko für atypische Frakturen einhergehen. Das absolute Risiko ist allerdings sehr gering und wird vom Nutzen der Präparate deutlich übertroffen. Die schwedischen Kollegen um Professor Per Aspenberg haben für ihre Studie (Erstautor ist Dr. Jörg Schilcher) die Daten von 12 777 Frauen im Alter von mindestens 55 Jahren analysiert („New England Journal of Medicine“).

59 der 1234 Frauen mit einer Femur-Fraktur (subtrochantär und Schaft)  hatten eine atypische Fraktur, also nicht einmal fünf Prozent. Von diesen 59 Frauen waren 78 Prozent (46) mit Bisphosphonaten behandelt worden. In der Gesamtpopulation der Frauen mit einer Fraktur betrug dieser Anteil nur fünf Prozent. Laut Asperger ist der Zusammenhang zwischen der Bisphosphonat-Therapie und atypischen Frakturen nun so gut belegt, dass von einem ursächlichen Zusammenhang ausgegangen werden kann. Die Studie habe aber nicht nur gezeigt, dass das Risiko sehr gering ist: bezogen auf 10 000 Patienten-Jahre gab es nur fünf zusätzliche Frakturen. Die Studie habe auch belegt, dass das Fraktur-Risiko abnimmt bzw. verschwindet, sobald die Therapie beendet wird: Nach Therapie-Ende sinkt das geringe Risiko pro Jahr um immerhin 70 Prozent. Es könne daher sinnvoll sein, nicht lebenslang zu behandeln, sondern nur einige Jahre. Insgesamt sei der Nutzen der Präparate, die Prävention osteoporotischer Frakturen, ohnehin sehr viel größer als das Risiko für atypische Frakturen. Asperger: „Bisphosphonate verhindern sehr viel mehr Frakturen, als sie verursachen.“

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