Venen-These der MS: Noch eine Studie, die dagegen spricht

Erneut bestätigt eine Untersuchung, dass an der Venen-These der MS-Genese aller Wahrscheinlichkeit nichts dran ist. Diese bislang größte Studie zu diesem Thema ist heute in „Neurology“ erschienen. Nach einer These des italienischen Chirurgen Paolo Zamboni soll eine Abfluss-Störung infolge stenosierter Hirnvenen eine relevante Rolle in der Pathogenese der MS spielen. Ausgehend von dieser Vorstellung bieten weltweit Kliniken sogar Stent-Implantationen als Therapie an.

Bei 499 Patienten, darunter 289 MS-Kranken, haben nun Professor Robert Zivadinov (Universität von Buffalo) und seine Kollegen  Farbdoppler-Untersuchungen zur Prüfung der These vorgenommen. 21 Patienten hatten ein so genanntes klinisch isoliertes Syndrom und 26 andere neurologische Erkrankungen. 163 Probanden waren gesund.

Die Untersuchungen ergaben laut Zivadinov – in Übereinstimmung mit anderen Studien – zwar eine erhöhte Prävalenz chronisch venöser Abfluss-Störungen bei MS-Patienten (56, 1 Prozent versus 22,7 Prozent bei Gesunden). Die bei den MS-Kranken ermittelte Prävalenz war aber deutlich niedriger als die von Zamboni publizierte Prävalenz. Dafür war in der aktuellen Studie von Zivadinov ein pathologischer Doppler-Befund auch bei Gesunden relativ häufig. Sensitivität und Spezifität eines solchen Befundes seien daher so gering, dass eine kausale Beziehung zur MS unwahrscheinlich sei, berichten die US-Kollegen.

 

Weitere Informationen

Editorial in „Neurology“

 


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