Xalkori-Zulassung beim Bronchial-Ca: ein „Durchbruch“, der seinen Preis hat

Als Durchbruch und als großen Triumph der personalisierten Medizin wird die erfolgreiche Entwicklung von Crizotinib (Xalkori®)  bezeichnet. Vor wenigen Tagen erst hat die FDA den Kinase-Hemmer von Pfizer für die Therapie von Patienten mit Lungenkrebs zugelassen. Allerdings nur für die Krebskranken mit fortgeschrittenem Karzinom, die eine genetische Besonderheit haben, nämlich ein mutiertes Gen für eine abnorme anaplastische Lymphom-Kinase (ALK). Crizotinib hemmt diese Kinase. Laut FDA sind ein bis sieben Prozent der Lungenkrebs-Patienten ALK-positiv. Die Diagnose eines ALK-positiven Tumors wird weltweit jährlich bei rund 45 000 Patienten gestellt. In der Regel sind die Patienten Nicht-Raucher. Zugelassen wurde Xalkori in Kombination mit einem Gen-Test auf ALK (Abbott Molecular Inc.), so dass die Pharmakotherapie gezielt eingesetzt werden kann.

Wirkung und Sicherheit des Pfizer-Präparats wurden in zwei Studien mit jeweils einem Behandlungsarm geprüft. Die meisten der insgesamt 255 ALK-positiven Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchial-Ca hatten zuvor eine herkömmliche Chemotherapie erhalten. Laut FDA betrug die so genannte „objektive Ansprechrate“ in der einen Studie  mit 136 Patienten 50 Prozent, in der anderen Studie 61 Prozent. Definiert wurde diese Rate als der prozentuale Anteil der Patienten mit zumindest teilweisem Schrumpfen des Tumors. Bei 136 der 139 Patienten, die auf die Therapie „ansprachen“, war der Tumor teilweise geschrumpft, bei drei Patienten vollständig. Die mediane Ansprech-Dauer lag bei 42 und 48 Wochen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten unter anderen Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen und auch Konstipationen. Das Präparat wurde laut FDA auch  in einen Zusammenhang mit Pneumonitiden gebracht, die lebensbedrohlich sein können. Schwangere sollten das Medikament nicht erhalten. Studien mit klinischen Endpunkten, etwa Überlebensraten, sind noch nicht beendet. Der Preis der oralen Therapie laut Pfizer: rund 9600 US-Dollar pro Monat, bei einjähriger Therapie pro Patient etwa 115 000 US-Dollar.  Der Preis des Tests: 250 US-Dollar.

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