Die Venen-These der MS weiterhin unbelegt

Die These zur venösen Genese der MS bleibt wohl noch lange Thema kontroverser Diskussionen: Nachdem in mehreren, auch deutschen Arbeiten, kein Zusammenhang zwischen einer Erkrankung intrakranieller Venen und der MS nachgewiesen wurde, haben nun kanadische Kollegen Hinweise gefunden, wonach an der These des italienischen Chirurgen Paolo Zamboni doch etwas dran sein könnte. Eine Auswertung von acht Studien habe immerhin ergeben, dass bei MS-Patienten stenosierte intrakranielle Venen häufiger waren als bei Personen ohne MS, berichten Dr. Andreas Laupacis („St. Michael’s Hospital“ in Toronto) und seine Kollegen im „Canadian Medical Association Journal“.

Ausgewertet wurden Daten von 664 MS-Patienten, 528 neurologisch Gesunde und 136 Patienten ohne MS, aber einer anderen neurologischen Erkrankung. Die Analyse ergab laut Laupacis zwar eine statistisch signifikant höhere Rate positiver Venen-Befunde bei den MS-Patienten. Die Daten seien aufgrund der sehr heterogenen Studien jedoch zu wenig aussagekräftig. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass die MS Ursache der Venen-Befunde sei und nicht umgekehrt. In einem ist sich Laupacis jedoch ebenso wie die meisten Neurologen und Fachgesellschaften sicher: Eine Stent-Implantation in die stenosierten Venen, die so genannte Liberation-Therapie, ist keine begründete, aber eine riskante operative Maßnahme, die derzeit nicht zu empfehlen ist – außer vielleicht innerhalb von Studien.

 

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