Morbus Alzheimer: im Frühstadium niedriger BMI

Mehrfach schon ist in Beobachtungsstudien ein Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Demenz und Übergewicht, Diabetes und Hypertonie nachgewiesen worden. Nun haben US-Neurologen festgestellt, dass Patienten, die noch keine Demenz haben, aber laborchemische und bildgebende (PET) Hinweise auf eine Alzheimer-Erkrankung, einen vergleichsweise niedrigeren BMI haben. Die Wissenschaftler um Dr. Jeffrey M. Burns („University of Kansas School of Medicine“) werten dies als einen Hinweis darauf, dass die neurodegenerative Erkrankung schon sehr früh zu metabolischen Störungen führen kann, etwa durch Schäden im Bereich des Hypothalamus. Die Daten lassen laut Burns zudem vermuten, dass der Morbus Alzheimer mehr ist als nur eine zerebrale Erkrankung.

Auch der Neurologe Dr. N. Richard Lipton („Montefiore Medical Center“ in New York), der nicht an der Studie beteiligt war, wertet die aktuellen Daten als Hinweis darauf, dass die Alzheimer-Erkrankung schon sehr früh auf den Gesamt-Organismus und unterschiedliche Funktionen wirken kann. Laut Lipton könnte die beginnende neurologische Erkrankung das Essverhalten beeinträchtigen, ein daraus resultierender schlechter Gesundheitszustand wiederum die Alzheimer-Progression fördern. Die Demenz-Forscherin Dr. May Ahmad Baydoun vom „National Institute on Aging“ hält die Daten zwar auch für recht solide. Allerdings wäre es besser gewesen, wenn die Autoren eine Korrelation zwischen Gewichtsverlust und Alzheimer-Progression über einen definierten Zeitraum nachgewiesen hätten.

Für die in „Neurology“ publizierten Studie wurden Daten von 506 Teilnehmern der „ Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative“ ausgewertet. Hauptergebnis: Von den Teilnehmern ohne kognitive oder mit leichter kognitiven Beeinträchtigung (MCI) hatten jene einen niedrigeren BMI, bei denen die Alzheimer-Biomarker positiv waren. Und: 85 Prozent der MCI-Patienten mit einem BMI unter 25 hatten im PET nachweisbare Amyloid-Plaques. Bei den übergewichtigen MCI-Patienten betrug dieser Anteil nur 48 Prozent. Eine ähnliche Assoziation wurde bei den kognitiv gesunden Teilnehmern festgestellt.

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