Kognitive Defizite: US-Studie bestätigt Bedeutung stummer Hirninfarkte

Klinisch stumme Hirninfarkte und eine Hippokampus-Atrophie gehen unabhängig voneinander mit kognitiven Leistungsdefiziten einher, berichten US-Kollegen um Dr. Adam M. Brickman („Columbia University“ in New York) in „Neurologe“. Dieses Resultat einer Studie mit 658 mindestens 65 Jahre alten Personen bekräftige erneut, wie wichtig die Schlaganfall-Prävention sei, betont Brickman. Die Arbeit wurde von den „National Institutes of Health“ finanziert.

Doch folg daraus, dass bei vaskulären Hochrisiko-Patienten generell eine MRT indiziert ist? Kollegen der Universität Münster um Dr. Martin Ritter hatten kürzlich auf die erhöhte Wahrscheinlichkeit manifester Schlaganfälle bei Patienten mit stummen Hirninfarkten hingewiesen (Der Nervenarzt“). Bei Diagnose eines stummen Hirninfarktes sei daher ein umfassendes „Screening nach Gefäßrisikofaktoren“ indiziert, wobei der Fokus auf der Hypertonie liegen sollte, betonten die Autoren. Ein generelles MRT-Screening auf stumme Hirninfarkte sei derzeit noch nicht kosteneffizient. Aber, so Ritter: „Hoch-Risikopatienten sollten auch ohne manifesten Insult mittels MRT untersucht werden.“ Welche besondere klinische Konsequenz der MRT-Befund allerdings hätte, erklären die Kollegen aus Münster nicht. Gegen kardiovaskuläre Risikofaktoren sollte und kann man schließlich auch ohne MRT-Befund etwas tun.

„Altersabhängig finden sich“ laut Ritter und seinen Kollegen „in der Normalbevölkerung in bis zu 30 Prozent der Untersuchten“ klinisch stumme Hirninfarkte. Die Prävalenz steige mit dem Alter. Bei 40- bis 50-Jährigen liege sie zwischen zwei und acht Prozent, bei 70- bis 80-Jährigen zwischen 12 und 30 Prozent. Die Lebenszeit-Prävalenz betrage für Frauen und Männer bis zum 80. Lebensjahr knapp zwei Prozent. Die meisten „stummen Infarkte“ seien lakunäre Infarkte, deren Ursache in der Regel eine zerebrale Mikroangiopathie aufgrund einer Hypertonie sei. Widersprüchliche Daten gebe es für den Zusammenhang zwischen stummen Infarkten und Diabetes sowie Rauchen. Kein positiver Zusammenhang sei jedoch zu erhöhten Cholesterinwerten und vermehrtem Alkoholkonsum nachgewiesen worden. Dies könne aber auch Folge von Studien mit zu wenigen Patienten sein, erklären Ritter und seine Kollegen. Erschreckend hoch sei das Risiko für stumme zerebrale Infarkte während zerebraler Angiographien. Mit rund 25 Prozent sei es zehnmal so groß wie das eines symptomatischen Hirninfarktes während eines solchen Eingriffes.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s