Aktuelle Daten zu Apixaban zeigen, dass auch jene Patienten mit Vorhofflimmern von dem oralen Gerinnungshemmer profitieren, die zuvor schon einen Schlaganfall oder eine TIA erlitten haben. Die Daten, die aus den Apixaban-Studien ARISTOTLE und AVERROES stammten, sind gerade bei einer Schlaganfall-Konferenz in New Orleans vorgestellt worden. In ARISTOTLE wurde Apixaban mit Warfarin verglichen; rund 18 000 Patienten mit Vorhofflimmern nahmen teil. Vergleichs-Substanz in AVERROES mit etwa 5600 Patienten war ASS.

3436 Patienten der großen Warfarin-Studie (19,5 Prozent) hatten einen Schlaganfall oder eine TIA in der Vorgeschichte; bei 92 Prozent von ihnen betrug der CHAD-Score mindestens 3. In der kleineren ASS-Studie hatten 764 (knapp 14 Prozent) eine positive Schlaganfall-Anamnese.

Hier die Ergebnisse der ARISTOTLE-Studie, vorgestellt von Dr. J. Donald Easton („University of California“ in San Francisco):

Endpunkt Apixaban-Patienten mit Schlaganfall-Anamnese;n (Rate) Warfarin-Patienten mit Schlaganfall-Anamnese;n (Rate) Risiko-reduktion (%) Apixaban-Patienten ohne Schlaganfall-Anamnese;n (Rate) Warfarin-Patienten ohne Schlaganfall-Anamnese;n (Rate Risiko-reduktion (%)
Schlaganfall/Embolie 73 (2,46) 98 (3,24) 24 139 (1,01) 167 (123) 18
Schwere Blutung 77 (2,84) 106 (3,91) 27 250 (1,98) 356 (2,91) 32
Intrakranielle Blutungen 15 (0,55) 41 (1,49) 63 37 (0,29) 81 (0,65) 56
Tod (gleich welcher Ursache) 129 (4,22) 150 (4,77) 11 474 (3,37) 519 (3,75) 10

In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass durch eine Therapie mit Apixaban von 1000 Patienten über einen Zeitraum von 1,8 Jahren zusätzlich 15 Schlaganfälle, 18 schwere Blutungen und neun Todesfälle verhindert werden.

Hier die Ergebnisse der AVERROES-Studie, vorgestellt von Professor Hans-Christoph Diener aus Essen (siehe auch „Lancet Neurology“): Über einen mittleren Behandlungszeitraum von 1,1 Jahren ergab sich eine Reduktion beim primären Endpunkt Schlaganfall oder Embolie um 71 Prozent ( 2,39 versus 9,16) zu Gunsten von Apixaban. Bei den Patienten ohne Schlaganfall-Vorgeschichte betrug die Risikoreduktion 49 Prozent (1,68 versus 3,06). Schwere Blutungen waren erwartungsgemäß bei Patienten mit Schlaganfall-Anamnese signifikant häufiger, aber Unterschiede zwischen der Apixaban- und der ASS-Gruppe gab es hier nicht. Das Blutungsrisiko unter dem neuen Gerinnungshemmer war also nicht höher als unter ASS. Diener: „Ich sehe hier aufgrund dieser Ergebnisse keinen Platz mehr für ASS.“ Ein endgültiges Urteil über Apixaban sollte jedoch erst dann getroffen werden, wenn die Prüfung der Daten durch die FDA abgeschlossen sei und vor allem Daten aus dem klinischen Alltag jenseits von Studien verfügbar seien, mahnte Dr. Larry B. Goldstein („Duke University“ in Durham).

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