Neuer Gerinnungshemmer Vorapaxar: Licht und Schatten

Der neue Thrombinrezeptor-Antagonist Vorapaxar von MSD schützt zwar vor kardiovaskulären Komplikationen; insbesondere Herzinfarkt-Patienten könnten von dem Gerinnungshemmer profitieren. Aber: Vorapaxar geht mit einer erhöhten Rate an leichten bis schweren Blutungen einschließlich intrakranieller Blutungen einher. Dieses Ergebnis der Sekundär-Präventionsstudie TRA-2P  hatte MSD vor wenigen Wochen schon bekanntgegeben. Jetzt hat Studienleiter Dr. David A. Morrow (Boston) die kompletten Daten der Studie beim Kongress des  „American College of Cardiology“   in Chicago und zeitgleich im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Bei TRA-2P handelt es sich um eine kontrollierte Studie, an der über 26 000 Patienten mit positiver Anamnese für Herzinfarkt, Schlaganfall und peripherer Verschlusskrankheit teilgenommen haben. Primärer Endpunkt ist die Kombination von kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

TRA-2P ist die zweite große Studie, die zeigt, wird, dass der Gerinnungshemmer wohl ein Sicherheitsproblem hat. Bereits letztes Jahr war die zweite große Studie mit Vorapaxar bei Patienten mit akutem Koronar-Syndrom (TRACER) wegen Blutungen vorzeitig gestoppt worden („NEJM“).

Die laufende TRA-2P-Studie war daraufhin – nach zwei Jahren – dahingehend modifiziert worden, dass Patienten mit einem Schlaganfall in der Anamnese ausgeschlossen wurden. Der Plättchenhemmer ist ein Präparat, das MSD 2009 durch den Kauf von Schering-Plough übernommen hat. Hier die Ergebnisse der jetzt veröffentlichten TRA-2P-Studie (Vorapaxar versus Placebo):

  1.  Primärer Endpunkt:  9,3 versus 10,5 Prozent
  2.  Kardiovaskulärer Tod: 2,7 versus 3,0 Prozent
  3.  Herzinfarkt: 5,2 versus 6,1 Prozent.

Die Gesamt-Schlaganfall-Rate war hingegen in beiden Gruppen mit 2,8 Prozent gleich. Allein ischämische Schlaganfälle waren unter Vorapaxar etwas seltener (2,2 versus 2,6).

Moderate oder schwere Blutungen gab es unter Vorapaxar bei 4,2 Prozent der Patienten; in der Vergleichsgruppe betrug der Anteil 2,5 Prozent. Die Rate intrakranieller Blutungen war unter Vorapaxar doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe (1,0 versus 0,5 Prozent). Betroffen hiervon waren vor allem Patienten mit einem Schlaganfall in der Vorgeschichte.

 


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