Kinder mit Typ-2-Diabetes: Warum Medizin höchst „politisch“ ist

Mit der Zahl der übergewichtigen Kinder steigt die Zahl der Kinder mit Typ-2-Diabetes.  Bei ihnen schreitet die Erkrankung noch schneller voran als bei Erwachsenen.  Außerdem seien die jungen Typ-2-Diabetiker schwerer zu behandeln, so das Ergebnis einer Studie, die gerade online im „New England journal of Medicine“ erschienen ist. Es sei erschreckend, wie schwer die Stoffwechselerkrankung bei Kindern verlaufe, so Dr. David M. Nathan, einer der Autoren der so genannten TODAY-Studie und Direktor des Diabetes-Zentrums am Massachusetts General Hospital in Boston.

In der Studie wurden 699 Kinder und Jugendliche (10 bis 17) mit Typ-2-Diabetes über rund vier Jahre beobachtet. Die Diabetes-Dauer betrug im Mittel knapp acht Monate. Dabei zeigte sich, dass bei etwa der Hälfte der Patienten die orale antidiabetische Therapie nach recht kurzer Zeit (11,5 Monate) nicht mehr ausreichte, um den Stoffwechsel zu kontrollieren (def. als HbA1c von maximal acht Prozent). Diese Patienten mussten daher regelmäßig Insulin spritzen. Alle Kinder und Jugendlichen waren übergewichtig, einige auch adipös. Sie erhielten alle Diabetiker-Schulungen. Für die Studie wurden sie in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Gruppe A: Metformin
  • Gruppe B: Metformin plus Rosiglitazon
  • Gruppe C: Metformin plus „Lebensstil-Änderung“ mit Diät, Bewegung, Programmen zur Gewichtsreduktion).

Mit keiner Therapie-Strategie konnte man zufrieden sein: Eine Stoffwechselkontrolle wurde in Gruppe A bei 48 Prozent erreicht, in Gruppe B bei 61 und in Gruppe C bei 53 Prozent. Selbst bei Patienten, die sich strikt an die Therapien hielten, waren die Resultate nach Angaben der Autoren enttäuschend.

Die meisten Studien-Teilnehmer kamen aus sozial und ökonomisch schwachen Familien (42 Prozent: Jahreseinkommen unter 25 000 US-Dollar;  34 Prozent: unter 50 000; rund 40 Prozent „Hispanics“, 33 Prozent Farbige). Eine rein medizinische Lösung des Problems wird es daher sicher nicht geben. Notwendig ist vor allem eine „soziale Umgebung“, die verhindert, dass Kinder und Jugendliche adipös werden und an Typ-2-Diabetes erkranken.

Die Studie wurde vom „National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases“ finanziert.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s