Britisches Gesundheitsministerium: PIP-Implantate nicht toxisch

PIP-Brustimplantate sind für Menschen angeblich weder toxisch noch kanzerogen. So lautet das Fazit des Untersuchungsberichtes, den das britische Gesundheitsministerium heute veröffentlicht hat.

In Großbritannien haben um die 47 000 Frauen die fehlerhaften Gelkissen implantiert bekommen. Die Rupturrate dieser Implantate sei etwa doppelt so hoch wie die anderer Brust-Implantate, so Professor Sir Bruce Keogh, medizinischer Direktor des „National Health Service“ und Leiter der Untersuchung. Innerhalb von fünf Jahren betrage diese Rate etwa 6 bis 12 Prozent, innerhalb von zehn Jahren 15 bis 30 Prozent.  Bei anderen Brust-Implantaten hingegen liege die Zehnjahres-Rupturrate zwischen 10 und 14 Prozent.

Laut Sir Keogh haben Tests in vielen Ländern jedoch keine Belege dafür geliefert, dass die PIP-Gelkissen toxisch seien. Sir Keogh: „Wir glauben daher nicht, dass sie auf lange Sicht eine Gefahr für die Gesundheit der operierten Frauen sind.“ Die PIP-Implantate enthielten zwar einen vergleichsweise höheren Anteil an Siloxanen, die dem Silikon ähnlich seien, aber ein niedrigeres Molekulargewicht hätten und in vielen Produkten, vor allem in Kosmetika, vorkämen. Es gebe aber keine Belege für gesundheitsschädliche Wirkungen. Aufgrund der höheren Rupturrate sollten jedoch Frauen, die rupturverdächtige Symptome hätten, ihren Arzt bzw. Operateur aufsuchen.

Für den Bericht hat das Team um Sir Keogh die Daten von rund 240 000 unterschiedlichen, in Großbritannien verwendeten Brust-Implantaten ausgewertet, die bei etwa 130 000 Frauen implantiert wurden. Darüber hinaus haben die Wissenschaftler 5600 Reoperationen zur Implantatentfernung berücksichtigt.

Das Bundesumweltamt hingegen hält Siloxane für nicht so unbedenklich wie Sir Keogh und sein Team. So heißt es auf der Webseite des Amtes unter anderem: „Für den Menschen galten diese Substanzen lange als toxikologisch unbedenklich, allerdings lässt sich das nicht mehr uneingeschränkt behaupten: Es gibt nur einige Siloxane, für die es durch Tierversuche (an Ratten) Informationen zu Gesundheitseffekten gibt; es sind daher nicht genügend Daten vorhanden, um allgemein gültige Aussagen treffen zu können. In der EU ist bisher nur D4 als gefährlich eingestuft. Die in mehreren Studien nachgewiesenen Effekte weisen darauf hin, dass es möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen aber auch in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung haben kann. Einige Studien geben Hinweise auf eine mögliche Schädigung der Leber durch D4 und der Lunge durch D5, andere Studien zeigen eine mögliche Betroffenheit von Lunge und Niere durch L2. Für D5 wird eine möglicherweise krebserzeugende Wirkung angenommen.“

Auch die Daten zur Umwelt-Gefährdung durch Siloxane sind laut Bundesumweltamt „spärlich und beruhen teilweise nur auf Modellen“. Dadurch sei die Abschätzung möglicher Gefahren für die Umwelt schwierig. Es sei aber davon auszugehen, dass insbesondere die zyklischen Siloxane besonders langlebig seien. Außerdem könnten sie sich in biologischem Gewebe anhäufen, was beispielsweise beim Kabeljau bereits nachgewiesen worden sei. Da man kann davon ausgehen könne, dass die Verwendungen und die Produktion von Siloxanen weiter steigen werde, sollte man auch das Gefährdungspotential dieser Substanzen nicht unterschätzen, warnt das Amt.

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