Antikörper-Therapie bei Alzheimer enttäuscht

Schlechte Nachrichten für Alzheimer-Kranke und ihre Angehörigen: der monoklonale Antikörper Bapineuzumab hat in einer ersten von vier Phase-3-Studien nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Bei den primären Endpunkten Kognition und Alltags-Funktionalität schnitten Patienten mit dem intravenös applizierten Antikörper von Pfizer und Janssen AI (Janssen Alzheimer Immunotherapy) nicht signifikant besser ab als Patienten mit Placebo-Therapie. Laut einer Mitteilung der beiden Unternehmen handelt es sich hierbei um das Ergebnis der 18-monatigen Studie 302, in der Bapineuzumab bei Patienten mit leichter bis moderater Alzheimer-Erkrankung und dem Risiko-Gen ApoE4 geprüft wurde. Teilgenommen haben rund 1100 Patienten. Daten zu Patienten ohne dieses Risiko-Gen (Studie 301 mit rund 1300 Patienten) sollen ebenso wie die ausführlichen Daten zur Studie 301 demnächst bei einem Kongress in Stockholm präsentiert werden. Noch in diesem Jahr sollen auch Daten zu dem Konkurrenz-Antikörper Solanezumab von Eli Lilly veröffentlicht werden.

Das Bapineuzumab-Studienprogramm umfasst vier Phase-3-Studien bei Patienten mit und ohne ApoE4. Hierbei handelt es sich um eine der Genvarianten, die mit einem erhöhten Risiko für die Alzheimer-Erkrankung einhergehen. Das Gen ApoE trägt die Erbinformation für Apolipoprotein, das am Cholesterintransport beteiligt ist. Von dem Gen gibt es drei häufige Allele: ApoE2, ApoE3 und ApoE4.  Etwa die Hälfte bis zu zwei Drittel der Patienten mit klinischer Alzheimer-Erkrankung sind ApoE4-positiv. Bei neurologisch gesunden Menschen liegt der Anteil bei zehn Prozent.  Etwa 15 Prozent der Bevölkerung sind Träger von ApoE4-Allelen. Heterozygote ApoE4-Träger haben ein etwa dreifach erhöhtes Risiko, bereits in relativ jungen Jahren zu erkranken. Bei homozygoten Trägern beträgt dieser Faktor etwa 15. Allerdings: Nicht jeder ApoE4-Träger erkrankt. Und nicht jeder Nicht-Träger ist „geschützt“.

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