Bapineuzumab gegen Alzheimer: das Ende eines Therapie-Konzepts?

Die Unternehmen Pfizer und Johnson & Johnson haben alle weiteren Studien zum intravenös applizierten Bapineuzumab gegen die Alzheimer-Erkrankung ad acta gelegt. Dazu zählen auch zwei Phase-3-Studien. Grund sind die enttäuschenden Resultate von zwei klinischen Studien mit dem monoklonalen Antikörper gegen Beta-Amyloid, die in den vergangenen Tagen bekannt gegeben wurden. Die negativen Resultate der einen Phase-3-Studie mit ApoE-4-positiven Patienten wurden am 23. Juli gemeldet, die enttäuschenden Ergebnisse der zweiten Phase-3-Studie mit Alzheimer-Kranken ohne diesen genetischen Risikofaktor wurden gestern bekannt. Nach Angaben der Unternehmen soll eine Phase-2-Studie mit subkutan appliziertem Bapineuzumab allerdings fortgeführt werden. Die Hoffnung ist nun die, dass wenigstens der zweite Antikörper dieser Art, das Solanezumab von Eli Lilly, die Erwartungen erfüllt. Insider sind allerdings nicht mehr besonders optimistisch.  Bapineuzumab galt ohnehin als der größere Hoffnungsträger.

Einen Hauptgrund für den Fehlschlag sehen Alzheimer-Forscher darin, dass die Therapie bei bereits symptomatischen Patienten begonnen wurde. Wenn jedoch schon Symptome vorliegen, sind die zerebralen Schäden wahrscheinlich aber nicht mehr reversibel. Nach mehreren Studien verläuft die  Erkrankung – wie andere chronische Erkrankungen auch – wahrscheinlich mehrere Jahrzehnte asymptomatisch. Studien bei Patienten in asymptomatischen Stadien der nicht-familiären Alzheimer-Erkrankung sind allerdings aufgrund des Mangels an zuverlässigen diagnostischen Optionen derzeit weder sinnvoll noch realisierbar. Dies ist mit ein Grund für die weltweit intensive Suche nach Biomarkern. Manche Alzheimer-Forscher sind zudem der Ansicht, dass eine Therapie, die allein gerichtet ist gegen einen pathogenetischen Faktor – in diesem Fall das Beta-Amyloid -, ohnehin nicht ausreichen wird, um bei der extrem komplexen nicht-familiären Alzheimer-Erkrankung relevante klinische Verbesserungen erzielen zu können.

Geplant wird gegenwärtig eine „Präventions-Studie“ bei Patienten mit einer genetisch determinierten Erkrankungsform. Welche Wirkstoffe in dieser Studie (DIAN) geprüft werden, ist allerdings noch nicht bekannt. Es gilt als nicht ausgeschlossen, dass Bapineuzumab einer der Wirkstoffe sein wird.

 

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