Etwas Aufwind für Anti-Amyloid-Therapien bei Alzheimer

Neue Forschungsbefunde geben der Amyloid-These zur Alzheimer-Genese wieder Aufwind: Unter Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Solanezumab von Eli Lilly steigt die Konzentration des Eiweißes im Blut. Dies weist darauf hin, dass der Antikörper dazu beiträgt, das neurotoxische Protein aus dem Gehirn zu entfernen. Bei anderen Biomarkern (laborchemischen und bildgebenden), etwa Tau-Protein und Amyloid-Belastung im PET, wurden keine Veränderungen beobachtet.

Die neuen Daten aus den Phase-3-Studien mit dem Antikörper sind diese Woche bei einem Treffen (CTAD 2012) von Alzheimer-Forschern in Monaco präsentiert worden. Die Ergebnisse, vorgestellt von Professorin Rachelle Doody („Baylor School of Medicine“ in Houston), wurden als Anlass zu verhaltenem Optimismus bewertet. Hintergrund dafür: Der Antikörper hatte in den beiden Phase-3-Studien EXPEDITION 1 und 2 bei Patienten mit leichter bis moderater Alzheimer-Krankheit nicht den kombinierten primären Endpunkt (Kognition und Funktion) erreicht. Eine sekundäre Subgruppen-Analyse hatte allerdings gezeigt, dass Patienten mit leichter –  nicht jedoch mit moderater – Erkrankung von Solanezumab profitiert hätten. Um statistisch signifikante 34 Prozent sei der kognitive Abbau (ADAScog14) reduziert worden, so Doody bei der Präsentation der Ergebnisse auf der Jahrestagung der „American Neurological Association“ in Boston. Beim Parameter Alltags-Aktivitäten (ADAS-ADL) gab es unter dem Antikörper einen positiven Trend, aber kein signifikantes Resultat. Angina pectoris war die einzige Nebenwirkung, die in der Solanezumab-Gruppe signifikant häufiger auftrat als in der Placebo-Gruppe (1,1 versus 0,2 Prozent).

Die Befunde lassen vermuten, dass der Antikörper bei noch leichter Erkrankung tatsächlich wirksam sein könne, so vor wenigen Wochen Rachelle Doody und auch andere Alzheimer-Forscher, etwa Professorin Maria Carrillo,Vizepräsidentin der US-Alzheimer-GesellschaftWeitere Studien müssten die Ergebnisse aber noch bestätigen.

Zur Erinnerung: An den beiden Studien hatten 1012 (EXPEDITION 1) und 1040 (EXPEDITION 2) Patienten im Alter von 55 bis 94 Jahren teilgenommen. Sie erhielten entweder alle vier Wochen 400 Milligramm Solanezumab intravenös oder ein Placebo. Die Therapie dauerte insgesamt knapp 18 Monate. Mehr als 85 Prozent der Patienten erhielten als Standardtherapie einen Acetylcholinesterase-Hemmer und/oder Memantine. Die Resultate waren von einem unabhängigen Wissenschaftlern-Team der „Alzheimer’s Disease Cooperative Study“ (ADCS) erhoben worden, die die Rohdaten der Studien von Eli Lilly erhalten hatten.

 

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