Phase-2-Daten: Effektive Cholesterin-Senkung durch Antikörper

In Kombination mit niedrig dosiertem Atorvastatin senkt der monoklonale Antikörper REGN727 gegen PCSK9 („proprotein convertase subtilisin/kexin 9“) das LDL-C mehr als Atorvastatin allein. Dieses Ergebnis einer Phase-2-Studie ist heute online im „New England Journal of Medicine“ erschienen.

PCSK9 ist eine Serin-Protease, die in der Leber synthetisiert wird und sich an LDL-Rezeptoren bindet. Folge davon ist, dass die Fähigkeit der Leber, LDL-C aus dem Blut zu „entfernen“, abnimmt und der LDL-C-Spiegel steigt.

Bereits im März waren Phase-1-Daten zu dem Antikörper (REGN727) von Regeneron/Sanofi in dem US-Fachmagazin veröffentlicht worden („NEJM“).

In der aktuellen Phase-2-Studie erhielten 92 durchschnittlich 56 Jahre alte Patienten (Altersspanne 18 bis 75) , die unter 10 Milligramm Atorvastatin LDL-C-Werte über 100 mg/dl (im Mittel 122) hatten, insgesamt acht Wochen lang entweder

  • 80 mg Atorvastatin plus den Antikörper (n = 30) oder
  • 10 mg Atorvastatin plus den Antikörper (n = 31)
  • oder weiterhin nur 80 mg Atorvastatin plus Placebo (n = 31).

Das Statin wurde täglich verabreicht, der Antikörper alle zwei Wochen subkutan injiziert. Nach der achtwöchigen Therapie betrug die prozentuale LDL-C-Reduktion unter

  • 80 mg Atorvastatin plus Antikörper: 73,2
  • 10 mg Atorvastatin plus Antikörper: 66,2
  • 80 mg Atorvastatin plus Placebo: 17,3.

Der Unterschied zwischen den beiden Kombinations-Therapien war statistisch nicht signifikant.

Nach Angaben der Autoren um Dr. Evan A. Stein („Metabolic and Atherosclerosis Research Center“ in Cincinnati) sank das LDL-C bei allen Patienten mit dem Antikörper unter 100 mg/dl, in der Gruppe mit der Monotherapie waren es dagegen nur 52 Prozent. Rund 90 Prozent der Patienten mit dem Antikörper hatten nach acht Wochen LDL-C-Werte unter 70 mg/dl. In der Gruppe mit der Monotherapie waren es  17 Prozent.

Todesfälle gab es keine; bei einem Patienten in der Gruppe mit hoch dosierten Atorvastatin plus Antikörper kam es zu einer schweren Dehydrierung, die nach Angaben von Stein und seinen Mitarbeitern aber nicht auf die Studien-Medikation zurückzuführen war.

Patienten mit Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetiker, die Insulin benötigten oder einen schlecht eingestellten Stoffwechsel hatten, waren übrigens von der Phase-2-Studie ausgeschlossen worden,  ebenso Patienten mit erhöhten Leberenzym-Werten und Triglyzerid-Konzentrationen über 350 mg/dl.

Weitere Phase-2-Daten zu dem Antikörper sollen kommende Wochen beim Kongress der „American Heart Association“ vorgestellt werden (dies gilt auch für die Daten zu einem ähnlichen Antikörper von Pfizer). Mit dem Phase-3-Programm zu REGN727 wurde nach Angaben von Regeneron/Sanofi im Sommer dieses Jahres begonnen.

Zur Erinnerung: Im März dieses Jahres hatte ebenso wie Regeneron/Sanofi auch die Biotechnologie-Firma Amgen vorläufige Positiv-Daten zu ihrem  monoklonalen Antikörper (AMG 145  gegen PCSK9 gemeldet: Bis zu 66 Prozent habe die LDL-C-Senkung durch den einmal monatlich injizierten Antikörper innerhalb von acht Wochen betragen. Bei zweimal monatlicher Injektion sei sogar eine LDL-Reduktion um bis zu 75 Prozent erzielt worden, und zwar innerhalb von sechs Wochen, meldete das Unternehmen. Die Behandlung sei gut vertragen worden. An der Phase-1-Studie hatten 51 Patienten teilgenommen.

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