FDA-Zulassung für Apixaban: Gründe für die enorme Verzögerung

 

Als im Herbst 2011 die Apixaban-Zulassungsstudie ARISTOTLE  erschien, wurde dem Gerinnungshemmer eine baldige Zukunft als „Blockbuster“ vorhergesagt; an einer raschen Zulassung durch die FDA gab es keine Zweifel. Doch dann verzögerte  sich diese Zulassung um mehrere Monate. Jetzt sind Gründe bekannt, warum die FDA so mit der Zulassung zögerte und sie bei der Indikation Vorhofflimmern erst Ende letzten Jahres erteilte, einen Monat später als die EU.  Auf der Grundlage von veröffentlichten FDA-Dokumenten hat jetzt die US-Journalistin Sue Sutter das Bemühen der FDA und die Gründe für die unerwartete Verzögerung der Apixaban-Zulassung dargestellt  („Pharmaceutical Approvals Monthly“). So ging die Behörde zum einen Hinweisen auf Betrug nach. Verdächtig waren die Daten von 24 der in China an der Studie beteiligten 36 klinischen Zentren. Zum anderen konnten die Herstellerlaut Sutter zunächst nicht zufriedenstellend darlegen, ob die Patienten auch tatsächlich die ihnen randomisiert zugeteilten Präparate erhalten hatten. Fehler bei der Medikation seien daher nicht auszuschließen gewesen. Dies wiederum habe das gesamte „Studien-Monitoring“ in Frage gestellt. Die Zulassung wurde dann erteilt, nachdem die Hersteller nach Aufforderung der FDA weitere klärende Daten geliefert hatten. Die „Probleme“ in den chinesischen Zentren wurden als nicht relevant für die Studien-Resultate angesehen.

„Sorgen“ hatten der FDA allerdings auch die Angaben in der Fachinformation zur Gesamtmortalität in der ARISTOTLE-Studie, wie Sutter in einem zweiten Beitrag schreibt. Es gab zwar eine statistisch signifikante Reduktion der Gesamtmortalität, doch der FDA war die Signifikanz mit p = 0,047 nicht stark genug, um den Herstellern die Aussage zu genehmigen, dass Apixaban bei der Reduktion der Gesamtmortalität dem Vergleichspräparat Warfarin erwiesenermaßen überlegen sei. Mit nur einem Todesfall weniger in der Warfarin-Gruppe wäre nach Berechnungen eines FDA-Statistikers keine „Überlegenheit“ von Apixaban mehr vorhanden gewesen.

Diese Kritik sei seiner Ansicht nach aber nur eine Art „Ablenkungs-Manöver“, wird der US-Kardiologe Dr. Ethan Weiss von Sue Sutter zitiert. Die Wirksamkeit sei zwar in der Tat nicht besonders beeindruckend, dafür aber die Sicherheit. Anders formuliert: Apixaban sei bei der Schlaganfall-Prävention mindestens ebenso effektiv wie Warfarin, aber deutlich überlegen bei den Parametern schwere Blutungen und Wechselwirkungen. Womit Wess unstrittig recht hat.

Hier noch einmal die Hauptergebnisse der ARISTOTLE-Studie in Prozent pro Jahr:

  • Primärer Wirksamkeits-Endpunkt (Schlaganfall/systemische Embolien): 1,60 unter Warfarin versus 1,27 unter Apixaban (relative Risikoreduktion 21 Prozent).
  • Ischämischer Schlaganfall: 1,05 versus 0,97 (Apixaban)
  • Hämorrhagische Schlaganfälle: 0,47 versus 0,24 (Apixaban).
  • Primärer Sicherheitsendpunkt (schwere Blutungen): 3,09 (Warfarin) versus 2,13 (Apixaban); relative Risikoreduktion 31 Prozent.
  • Intrakranielle Blutungen: 0,80 (Warfarin) versus 0,33 (Risikoreduktion 58 Prozent).

 

 

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